Meer in Sicht

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Uff, wir haben es ans Meer geschafft. Astrid wurde schon ganz nervös, als unsere Mitfahrgelegenheit um 7.30 Uhr noch nicht am Treffpunkt war. Wir haben über das App Blablacar zwei Plätze in einem Auto reserviert, dass uns bei der Autobahnausfahrt von Jurques nahe von Ninas Bauernhof mitnehmen sollte. Als der gute Mann dann schliesslich mit knapp 30 Minuten Verspätung ankam, erklärte er uns, dass er unerwartet noch die Fritteuse für seinen Chef einladen musste. Zum Glück hatten unsere Rucksäcke neben dem Teil noch Platz. So gelangten wir auf direktem Weg relativ schnell nach Dinard an die Küste und konnten endlich mit unseren Rucksäcken loswandern. Zuerst der Küste an den Kaimauern entlang und dann immer mehr raus in die Natur.

 

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Die Sonne brennt erbarmungslos auf uns nieder, der Wind blässt mal mehr mal weniger und das Meer rauscht in unseren Ohren. Wir wandern Schlaufe um Schlaufe von einem verwunschenen schönen Strand zum Nächsten und je länger wir unterwegs sind, desto schwerer werden unsere Rucksäcke. Bald brennen unsere Füsse und der Durst zwingt uns zu einer Rast. Die Zeit vergeht wie im Flug und doch scheinen wir kaum vorwärts zu kommen. Als wir nicht mehr können, breiten wir uns und unser Zelt auf einem Campingplatz aus. Nachdem wir endlich unseren Füssen etwas frische Luft gegeben und uns um die ersten Blasen gekümmert haben, geniessen wir den Abend mit feinem Essen und einer warmen Dusche. Das war wirklich ein toller Start!

 

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Brrr, die Nacht war eisig und unbequem, erst gegen Morgen, als die Sonne langsam das Zelt aufwärmt, können wir noch etwas mit Wärme schlafen. Astrid hat die ganze Nacht etwas fröstelnd verbracht und ich hatte irgendwie ein Kissenproblem, das wir die nächsten Tage noch lösen müssen. Wir geniessen den langsamen Start in den Tag und sind gespannt, wo der Weg uns heute hinführt. Das Wetter ist super und wir sind voll motiviert, es kann also wieder los gehen. Der Weg führt an mehreren Stränden und vielen Vorgärten von riesigen Villen vorbei, was unsere Motivation um einiges schmälert. Wir wollen Natur und keine Stadtbesichtigung. Am späteren Nachmittag sind wir körperlich ausgelaugt und finden auf einer Wiese ein schönes Plätzchen für die Nacht. Ach Schreck, es hat überall Heckenreste und Äste, die zuerst in mühsamer Arbeit entfernt werden müssen. Sonst nimmt unser Zeltboden noch Schaden. Darauf können wir jetzt gerne verzichten, aber was man nicht alles tut für einen schönen Platz zum Entspannen. Und nach der letzten Nacht sind wir bemüht, es uns möglichst bequem zu machen. Damit wir nicht frieren, ziehen wir uns warm an. Astrid sieht aus wie im kältesten Winter, sie kuschelt sich mit Schal und Kappe in ihren Schlafsack. Ich habe zwar mein Kissenproblem noch nicht wirklich gelöst, aber für den Moment passt es gerade recht gut.

Glück gehabt, diese Nacht war nicht ganz so kalt und wir haben beide etwas besser geschlafen. Nach einem ausgedehnten Aufräum- und Zusammenpack-Morgen geht es wieder weiter. Wir haben die erste Landzunge hinter uns gelassen und können hier über den Meerausläufer aufs andere Ufer sehen. Es ist gerade Ebbe, wodurch sich das Wasser zurück gezogen hat und eine feuchte Sandstrasse ins Landesinnere freigegeben hat. Es kommt die Idee auf für einen kleinen «Bschiss». Astrid schlägt vor, den Weg etwas abzukürzen und deshalb laufen wir querfeldein über den feuchten Sand auf die andere Seite. So haben wir uns gut eine Stunde Weg gespart. Später kürzen wir wieder etwas ab, indem wir nicht der Küste entlang den ganzen Ausläufer und durch all die Vorgärten laufen, sondern direkt durchs Dorf zum Weststrand. So können wir gleich im Dorflädeli noch unser Abendessen besorgen.
Und weiter geht’s, Strand, Sonne und Meer begleiten uns. Auf eine Anhöhe kommen wir zu einer Burgruine, dort machen wir Rast und füllen unsere Wasserreserven wieder auf. Beinahe wären wir den Wassertod gestorben. Doch eine Baustelle und deren Wasserversorgung für den Zement retten uns 😀 Denn heute ist es noch wärmer als die letzten Tage. Die Sonne brennt erbarmungslos auf uns nieder. Am späteren Nachmittag schlagen wir unser Zelt auf einer kleinen Lichtung in einem Wald auf und geniessen die laue Abendsonne, bis sie hinter den Bäumen verschwindet. In der Dämmerung werden die Mücken aktiv, damit Astrid nicht völlig ausgesaugt wird, verziehen wir uns schon früh ins Zelt und fallen in unsere Schlafsäcke und träumen vom nächsten Tag und der nächsten Küstenwindung.

 

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  1. Roman

    Obwohl ihr jo anschinend chli unter dr Sunne liidet, hoffi dasses bi euch jetzt grad bessers Wätter isch als do – wenns no so isch wie uf de Bilder, wäri lieber dört wo ihr sind 😛

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