Wasser von allen Seiten

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Der neue Tag ist angebrochen und es wäre eigentlich einen Tag vor unserer Hochlandtour. Nachdem wir gestern unser Fenster abgedichtet hatten und uns im Internet noch etwas über die Hochlandpisten informiert haben, führte uns unser Weg heute nach Selfoss, wo wir uns zuerst für die bevorstehende Etappe im Hochland mit Essen eindeckten. Danach wollten wir bei der Post noch die Campingcard erwerden, doch diese hatte leider schon zu. Das Einkaufen hatte länger gedauert als geplant, den wir rechneten mit mehreren Tagen im Hochland und wollten sicher genug dabei haben. Wer weiss, ob nicht plötzlich ein Unwetter aufkommt und wir dann irgendwo fern ab jeglicher Zivilisation ausharren müssen. Ohne Campingcard fuhren wir dann erst einmal tanken und füllten alle unsere Reserven auf, nicht dass wir irgendwo auf einer kaum befahrenen Strasse liegen bleiben und tagelang auf Hilfe warten müssten. Deshalb erwarben wir gleich noch eine isländische Simkarte, nur zur Sicherheit. Mit dieser können wir ins Internet und sind somit mit der Welt verbunden. Doch das Wetter machte uns mit viel Regen einen Strich durch die Rechnung. Und schliesslich wollen wir ja nicht unsere erste Hochlanderfahrung in Wasserfluten und Nebelschwaden verbringen. So beschlossen wir, zuerst noch in Selfoss auf den Campingplatz zu gehen und das Hochlandabenteuer um einen weiteren Tag zu verschieben. Nach all den Einkäufen und dem Tanken widmete sich Michel dann der Buchhaltung, die mit all diesen Umrechnungskursen langsam richtig zeitraubend geworden ist. Währenddessen versuchte ich mich noch an Brownies. Nach dem ersten gelungenen Brotbackversuchen der letzen Tage war ich zuversichtlich. Leider hatte es viel Wind an diesem Abend und es war schwierig die Temperatur hoch genug zu halten, weshalb der Kocher etwas stärker mit der Flamme züngeln musste. Dadurch wurden die Brownies dann etwas gar dunkel. Nichts desto trotz haben wir sie dann mit einem rauchigen Nebengeschmack genossen.

Der nächste Tag war wie erwartet richtig trüb und verregnet. Dennoch wollten wir nicht den ganzen Tag nur rumsitzen, sondern fuhren zuerst zur Post und holten uns diese Campingcard. Danach besuchten wir den Touristenmagnet in der Gegend, der in jeder Islandbroschüre beschrieben wird. Bestimmt wisst ihr jetzt schon, welchen dass ich meine…

Der Parkplatz vor dem grossen Gebäude, in dem ein Shop, Toiletten und ein Restaurant waren, quoll fast über von Autos und wir hatten Glück, auf Anhieb einen Platz zu finden. Gegenüber befand sich das ersehnte Ziel. Schon beim Betreten des Weges betrachteten wir die heissen Wasserquellen und die Dampfschwaden, die über die Erde hinweg wehten. Kurz darauf bewunderten wir den riesigen Geysir, der in seinem eigenen Takt immer wieder heisses Wasser in die Luft schleuderte. Dieser zog die meisten Touristen an und auch hier wunderten wir uns über einige asiatische Leute, die bei niedrigen Temperaturen nur spärlich bekleidet herum liefen. Während viele dieses Naturspektakel nur durch die Kamera bewunderten, nahmen wir uns Zeit, jedes einzelne brodelnde Loch genau anzusehen. Natürlich machten auch wir hie und da ein Foto, doch die gemeinsame Zeit an diesem für uns aussergewöhnlichen Ort stand im Vordergrund.

 

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Nachdem wir uns am Geysir satt gesehen hatten, fuhren wir weiter zum Gullfoss. Auch dort nahmen wir uns Zeit, die Informationstafeln durch zu lesen und die Wege gemütlich abzulaufen. Der riesige Wasserfall war atemberaubend schön, trotz des stetigen Nieselregens, der mich frösteln liess. Von den verschiedenen Aussichtsplattformen erhält man hier unterschiedliche Perspektiven auf das reissende Wasser. Wir entdeckten immer wieder neue Stromschnellen, Steine und Wirbel. Wir sind uns sicher, hier herunter zu fallen bedeutete den sicheren Tod. Die reissenden Fluten gruben sich ihren Weg durch die Erde, so dass sich ein tiefer Graben gebildet hatte, der Richtung Meer hin immer flacher wird. So schön der Wasserfall auch ist, irgendwann wurde es mir zu kalt und so machten wir uns auf den Rückweg zum Auto und dann auf einen Campingplatz unweit unserer ersten Hochlandpiste, der F26. Morgen soll ja das Wetter passen und dann wollen wir auch startklar sein. Die F26 führt ins Hochland Richtung Nýidalur, unser nächstes Ziel. Da es am Vormittag in den Furten viel weniger Wasser haben soll, wollten wir früh aufstehen. Deshalb gingen wir auch gleich nach dem Abendessen voller Erwartung auf die kommenden Tage ins Bett.

 

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