Neandertaler am Meer

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Nach unserem Ausflug an den nördlichen Polarkreis auf der Insel Grimsey zog es uns weiter in den Westen von Island. Zuerst war jedoch Hofsos unser Ziel. Auf dem Weg dorthin durchquerten wir ein schönes, grünes Tal mit vielen kleinen Flüssen und flauschigen weisen Blumen, dem sogenannten Wollgras. Auch hier gab es viele Schafe, wie fast überall auf der Insel. Gemütlich und ohne Stress querten sie die Strasse, ohne sich von uns beirren zu lassen. Plötzlich kam uns eine Herde Islandpferde entgegen, so dass wir anhalten mussten. Wir bewunderten diese prächtigen Tiere, die im Galopp an uns vorbei zogen. Kurz vor Hofsos fanden wir einen schöne Platz direkt am Meer, der uns einlud zu bleiben. Wir fanden Holz und genügend Steine um windgeschützt eine kleine Feuerstelle zu errichten. Ja, wir konnten nun auch hier in Island einmal ein Lagerfeuer machen und grillieren. Die Spiesschen waren schnell gar und schmeckten auch wunderbar. Mal etwas, dass nicht aus der Pfanne gekommen ist. Michel hatte am Feuer eine riesen Freude und stocherte noch lange in der Glut herum. Dabei gab er Situationsweise das Bild wie von einem Neandertaler mit Keule ab, welcher das Feuer erst gerade neu entdeckt hat.

 

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Nachdem wir alles aufgeräumt hatten, erkundeten wir noch etwas die Umgebung. Im feinen Sand fanden wir mehrere tote Quallen, von denen kaum noch etwas übrig war ausser weichem Gel. Auch Schafe weilten hier am Meer und genossen die Aussicht. Sie gaben ein wirklich schönes Fotomotiv ab.

 

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Am nächsten Tag besuchten wir spontan das Skóragerdi Transportmuseum in Skagafjördur, welches wir von der Strasse aus entdeckten. Hier wurden viele Oldtimer und auch einige neuere Autos ausgestellt. Jedes Auto hatte eine genaue Beschreibung, von welchem Besitzer es wie hier her gelangt ist und was die Besonderheiten waren. Der Besitzer des Museums scheint ein regelrechter Autonarr zu sein, er hatte jedes einzelne Auto selbst restauriert. Wir verweilten fast drei Stunden hier, bewunderten die Autos und gönnten uns danach noch einen Dessert im kleinen angebauten Kaffee. Waffeln mit viel Rahm und Konfitüre dazu. Es war richtig lecker.

Nach dem Museum fuhren wir nach Hólar. Dort wollten wir die Kathedrale und das Torfhaus bewundern. Hier befand sich viele Jahre ein Bischofssitz. Die Kathedrale wirkte jedoch gegenüber unseren Vorstellungen davon recht klein. Sie war ausgestattet mit einigen Holzbänken, kunstvollen Fenster und schönen Kronleuchtern. Am Eingang erhält man eine Infobroschüre, die sehr detailliert die wichtigsten Gemälde und Figuren der Kathedrale erklärt. Auch hinter einer kleinen Kirche kann eine Menge Geschichte stehen. Der Glockenturm steht einige Meter von der Kathedrale entfernt und kann ebenfalls besichtigt werden. Von dort aus hat man einen guten Überblick über die wenigen Häuser der Gegend.

Neben der Kirche am angrenzenden Hügel stand ein erhaltenes Torfhaus. Diese Bauart wurde früher für Höfe gebraucht. Dieses hier wurde als eine Art Museum erhalten. Die Gebäude waren alle zusammen gebaut, die vorderen Wände bestanden aus dunklem Holz, die Mauern aus mehreren Schichten Torf und das Dach war mit Grasflechten bedeckt. Diese Häuser waren bis ins Jahr 1945 bewohnt gewesen. Die engen kleinen Räume waren kaum erhellt. Doch irgendwie strahlte das Holz doch etwas Gemütliches im Innern aus. Einige historische Gegenstände waren noch in der Küche und in einzelnen Zimmern zu finden.

 

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An diesem Abend übernachteten wir relativ unspektakulär auf einem Rastplatz in der Nähe von Varmahlid. Eigentlich wollten wir ja auf einem Campingplatz ein paar Dörfer davor unsere Wäsche waschen. Doch der Trockner dort war defekt und bei dem regnerischen Wetter war das für uns keine Option. So entschieden wir uns, schon mal Richtung F35 zu fahren. Denn wir wollten nochmals einen Abstecher ins Hochland machen. Denn der erste Besuch im Hochland verlangte einfach nach mehr.

 

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