Baden und geniessen

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Heute stand Astrid früh am Morgen auf und machte Teig. Wir hatten dies am späten Abend versäumt. Und so musste zuerst Brot gemacht werden, bevor wir uns ans Frühstück machen konnten. Doch für die Mühe sollten wir heute belohnt werden. Astrid hatte von einem schönen Bad gelesen, dass es hier oben am Ende der Strasse geben sollte. Auf der Suche danach fuhren wir immer weiter nordwärts der Küste entlang. Plötzlich huschte vor unserem YellowOne ein kleines Tier vorbei und rannte etwas der Strasse lang. Es sah aus wie ein kleiner Hund mit ganz buschigem Schwanz und einem grünen Halstuch. Bei näherem Betrachten schien es aber doch kein Hund zu sein. Vielleicht war es ein Polarfuchs, der sich in irgendwas Grünem verfangen hat oder eben doch ein Halsband trug. Laut Internetrecherche, welche wir bei der nächsten Gelegenheit machten, könnte dies durchaus möglich sein.

Am Nachmittag kamen wir dann bei dem besagten Schwimmbad an. Krossneslaug liegt bei Nordurfjördur am Ende der Welt. Doch der Weg dahin war total schön gewesen. Das Bad war nicht sonderlich gross, jedoch mit tollem Ausblick aufs Meer. Wir genossen das warme Wasser und beobachteten die Wellen und die anderen Gäste. Nach dem Baden gönnten wir uns einen kleinen Zvieri, das warme Wasser hatte uns hungrig gemacht. Und ich nutze die Pause, um noch die Sicherung der Fusslampe zu wechseln, da diese schon wieder durchgebrannt war. Denn diese dämliche Fusslampe im Wohnbereich ist wirklich billig gemacht. Nebst der Sicherung versuchte ich sogleich auch die Lampe selbst nochmals zu reparieren.

Am späteren Nachmittag fuhren wir wieder zurück in den Süden. Hier im Norden führt die Strasse nicht mehr weit, sie endet in einer Sackgasse.

Plötzlich meinte Astrid zu mir, ich müsse jetzt ganz langsam fahren, da es hier am Strassenrand viele junge Vögel gibt. Also drosselte ich das Tempo und fuhr schliesslich auf eine grasbewachsene Nebenstrasse, wo wir anhielten. Hier wimmelte es nur so von Krias, die unermüdlich über uns hinweg flogen und ihre Jungen mit kleinen Fischen zu versorgen. Wir blieben lange hier stehen. Astrid versuchte Fotos zu machen, während ich mein Leben riskierte und die Krias noch etwas weiter aufscheuchte, damit ein gutes Foto entstehen konnte. Nach einer guten Stunde fuhren wir dann weiter und fanden bald ein schönes Plätzchen am Meer, wo wir die Nacht verbrachten.

 

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An nächsten Morgen hörten wir schon früh die Wale auf dem Meer ihre Fontänen blasen. Während ich angestrengt nach ihnen Ausschau hielt, brauchte Astrid keine zwei Minuten und schon hatte sie die Tiere entdeckt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie leicht es ihr fällt, Tiere in ihrer natürlichen Umgebung ausfindig zu machen, während ich stundenlang suchen könnte.

Unser nächstes Ziel war der westlichste Punkt von Island, manch einer würde sogar behaupten, es wäre der westlichste Punkt von Europa. Wir sind uns da nicht ganz sicher, da wir in der Bretagne ja schon am westlichsten Punkt von Europa gewesen waren. Aber klar, das war Kontinental Europa, aber ist ja auch nicht so wichtig, wir wollten einfach dort hin. Zurück in Holmavik füllten wir unseren Tank auf und ich nahm noch eine kleine Reparatur vor an der vorderen Achsmanschette, während Astrid sich mit einem weiteren Blogeintrag beschäftigte. Danach fuhren wir weiter Richtung Südwesten und fanden auf einer kleinen Nebenstrasse einen schönen Nachtplatz, direkt neben einem kleinen Wasserfall mit Blick aufs Meer. Und da es mal einigermassen warm war und die Sonne schien, gönnten wir uns seit langem wieder einmal ein Bier draussen und genossen die Aussicht, bis die Sonne unterging. Nach dem Essen machten wir zum ersten Mal ein Spiel. Yatzy, ein Würfelspiel und danach noch Jocker mit Karten. Astrid hatte wieder einmal das Glück auf ihrer Seite, wie so oft bei diesen Spielen. Nachdem sie mich so richtig in die Pfanne gehauen hatte, machten wir uns bereit für ins Bett und ich hoffte, ich konnte meine Niederlage bald wegschlafen.

 

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Am Morgen darauf schien die Sonne und wir genossen es, draussen zu Frühstücken. Bisher hatten wir nur wenig Gelegenheit draussen zu Essen, da es meist kühl und windig war. Nach unserer Morgenroutine fuhren wir zum Campingplatz Flökulandur. Kurz vor dem Campingplatz entdeckten wir noch einen Hotpot, entschieden uns dann aber dafür, erst am nächsten Morgen dorthin zu gehen, wenn es hoffentlich nicht so viele Leute hat. So konnten wir nun doch noch eine kleine Wanderung machen zum Helluvatn. Der Weg führt direkt vom Campingplatz steil nach oben und dann über eine felsige Ebene bis zum See. Das Wasser war ganz klar und kalt, doch Astrid gönnte sich trotzdem ein kurzes Fussbad. Wäre es wärmer gewesen, wäre sie wahrscheinlich baden gegangen. Von weiten sahen wir Wolken und Nebel herauf ziehen und so machten wir uns bald auf den Rückweg.

 

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Auf dem Campingplatz genossen wir den Abend, tranken später noch ein Bier draussen und beobachteten die anderen Gäste, bis die Sonne unter ging.

Wir standen früh auf, weil wir die ersten im Hotpot sein wollten. Der Weg dahin gingen wir zu Fuss, es war nicht weit vom Campingplatz. Der Hotpot war direkt am Meer. Ein kleines Becken, das in den Stein gehauen wurde, erwartete uns. Wir genossen die halbe Stunde sehr, in der wir alleine waren. Danach kamen schon die ersten Gäste vom Campingplatz und wir machten uns langsam auf den Rückweg, um zu frühstücken. Wieder war es ein schöner Morgen und wir assen draussen und beobachteten das Treiben auf dem Campingplatz. Alle hatten es eilig ihre Sachen zusammen zu packen und weiter zu fahren, nur wir liessen uns Zeit.

Am frühen Nachmittag fuhren wir dann auch los. Der Weg war gesäumt von kleinen Bächen und Rinnsalen, überall entdeckten wir Wasser, das aus Ritzen und Löcher im Felsen und der Wiese floss. Bald kamen wir an ein öffentliches Bad, wo wir auf ein älteres österreichisches Paar trafen und uns lange mit ihnen unterhielten. Das Bad wurde mit dem Wasser eines heissen Baches gespeist, der auch einige Naturbecken enthielt. Jedoch war das Wasser im Bach viel zu heiss, geschätzte 45 °C. Dennoch wagte ich es, einige Zeit darin zu stehen und auch hin zu knien. Astrid war es nach wenigen Sekunden schon zu heiss und sie begab sich dann ins Bad weiter vorne, wo das Wasser angenehme 36 °C hatte.

Nach dieser Erfrischung fuhren wir weiter nach Bildudalur, wo wir unseren Tank wieder randvoll auffüllten und noch im winzigen Laden einkauften. Von dort fuhren wir dann weiter zum Campingplatz Talknafjördur. Dort nutzen wir das Internet, um wieder einmal nach Hause zu telefonieren, Rechnungen zu zahlen und uns unserer Webseite zu widmen.

 

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