Best Friends over the World – Teil 2

Eingetragen bei: Reiseblog | 2

Auch den nächsten Morgen begannen wir nochmals mit einem Bad, bevor wir uns bei starken Windböen auf den Weg zur angrenzenden Schlucht beim Kraftwerk machen. Wir gehen ein wenig umher, immer mit genügend Abstand zum Rand. Der Wind ist doch ordentlich stark. Man kann sich fast in den Wind lehnen ohne umzufallen. Die Sonne scheint und es ist ein wunderbarer Tag. Wir überlegen uns kurz, ob wir den letzten Abend bevor Roman zurück fliegt nochmals zum Wasserfall wollen. Doch wir entscheiden uns eine diagonale Quer-Route zu nehmen, die dann später wieder auf die F910 mündet. So sind wir am nächsten Tag dann auch zügig am Flughafen von Egilsstaðir, wo Roman den Inlandflug nach Reykjavik nehmen wird.

 

P1050558

Der heutige Weg führt uns über weite Tundra artige Graslandschaft bis zu einer Farm, welche direkt an einer ziemlich grossen Furt liegt. Hier müssen wir den Abfluss des Kraftwerks kreuzen. Das Wasser ist nicht sonderlich tief, aber die Furt ziemlich breit und lustig ausgeschildert. In der Furt hat es Strassenschilder und gelbe Pfosten, welche einem den Weg weisen über die Sandbänke. Nach anfänglicher Irritation schaffen wir es dann jedoch ohne Probleme.

Die Strasse schlängelt sich an Schafen vorbei langsam in die Höhe auf eine Hochebene. Es wird einsam und menschenleer. An einem guten Platz tanken wir unsere Wasservorräte an einen glasklaren Bach auf und beschliessen hier in der Nähe die letzte gemeinsame Nacht zu verbringen.

 

P1050575
P1050579
P1050577

Und was für eine Nacht das wird. Draussen ist es klar und kalt. Gegen 21 Uhr tauchen die Nordlichter auf und werden immer stärker. Wir geniessen ein für uns einmaliges und wahnsinniges Schauspiel am Nachthimmel. Was für ein Geschenk so kurz vor Abreise. Wir schiessen Fotos und kommen fast nicht mehr los davon.

 

P1050618
P1050606
P1050623
P1050608

Der nächste und letzte Tag für Roman ist angebrochen. Wir fahren zum Flughafen, wo wir noch etwas Zeit zusammen auf dem sonnigen Parkplatz verbringen. Das Rollfeld ist komplett leer. Viel scheint hier nicht los zu sein. Im Gebäude muss man für den Check-In eine Klingel betätigen und warten bis die Bedienung kommt. Kurz vor Abflug erscheinen von allen Richtungen her Isländer mit Gepäck. Wie es scheint wird die Maschine doch voll. Es landet pünktlich eine kleine Passagier-Maschine von Osten her. Doch so schnell wie sie gekommen ist, fliegt sie auch schon wieder ab.

Puhh…da war ich nun also. Alleine sitze ich im Führerhaus und höre etwas Musik. Nun steh ich also alleine auf der Insel. Auf einer Insel, wo das Wetter immer garstiger wird und der Winter langsam Einzug hält. Ich schaue auf den leeren Sitz neben mir. Seit Juni war dieser nicht mehr leer gewesen. Nein, nicht dass ich Probleme hätte alleine unterwegs zu sein. Aber die Umstellung so Knall auf Fall macht mir doch die ersten Stunden etwas Mühe. Ich kann mit niemandem mehr sprechen und fühle mich nun ehrlich etwas alleine. Ich setze meinen grossen gelben Freund in Bewegung und fahre etwas an die Küste und dort in die Höhe, wo ich mich auf einem Platz mit wunderbarer Sicht auf die Küste hinstelle.

Draussen windet es wie verrückt. Das ganze Auto wackelt stark hin und her. Wer draussen ist, kann sich kaum auf den Beinen halten. Langsam wird es echt hässlich und irgendwie bin ich auch froh bald von der Insel zu kommen. Zur Ablenkung muss ich wieder eine Beschäftigung für mich finden. Brot ist heute Abend noch angesagt und so beschäftige ich mich mit Backen und später mit lesen. Buch an, Welt aus.

Noch einen Tag habe ich für mich alleine Zeit auf der Insel, bevor auch die Norröna wieder ablegt und mich in einer 3-tägigen Überfahrt zurück nach Dänemark bringt.
Ich fahre also am nächsten Morgen noch etwas weiter in den Osten und erkunde die Küste. Auf der Strasse 917 folge ich der Küste. Doch bald verlässt die Strasse die eigentliche Küste und führt mich einen steilen Pass hinauf. Oben folgt die Strasse dem Hügelkamm und wäre hier nicht so viel Nebel, gäbe es wahrscheinlich wunderbare Ausblicke. Doch das Wetter ist nass und trüb. Auf der anderen Seite nahe Vopnafjörður geht die Strasse steil nach unten. Vorbei an zahlreichen noch steileren Kurven der alten Strasse. Die Piste ist voller Schlaglöcher und sehr wellig. Es bremst mich komplett aus und erst spät am Abend erreiche ich die Ringstrasse. An der Kreuzung biege ich links ab und bin froh wieder auf der Teerstrasse zu sein. Mit Volldampf, sprich mit 75km/h fahre ich Richtung Egilsstaðir, wo ich die letzte Nacht auf dem Parkplatz beim Flughafen verbringe.

 

P1050700
P1050694

Heute ist Abreisetag. Nach dem Einkauf der letzten kulinarischen Souvenirs im örtlichen Bonus Supermarkt mache ich mich auf den Weg zu Anlagestelle der Fähre. Es regnet vor der Frontscheibe quer. Links ist meine Seitenscheibe fast trocken und rechts sprudelt das Wasser quasi überall durch jede Ritze hinein. Solchen Wind mit Regen hab ich mit dem Pinzgauer noch nie erlebt. Böhen reissen am Fahrzeug und ich fahre mit nur knapp 40km/h, um nicht in Gefahr zu kommen.

Kurz darauf fahre ich auf den Parkplatz im Warteraum der Fähre und bin wirklich froh hier zu sein. Warten muss ich zwar noch ein paar Stunden bis zu Abfahrt, aber hier bin ich sicher und der Regen kommt zumindest wieder von Oben 🙂

 

Das Tor geht hinter mir zu und vor mir öffnet sich die Türe zum Deck.

 

Ein Blick zurück auf die Insel und die Gedanken kreisen um all die erlebten Dinge. Um die Menschen hier auf der Insel, die wir kennengelernt habe in diesen 3 Monaten hier auf dem Aussenposten der Menschheit soweit im Norden. Um die wunderbare Natur in all ihren Facetten. Feuer und Eis und doch so zarte Pflanzen und Blumen.

Nun liegen noch 3 Tage auf See vor mir und ein gutes Bier in der Bar und schon bald bin ich wieder auf Achse für die letzten 1‘000km nach Hause. Ich freue mich auf Astrid und meine Familie und irgendwie auch auf die Pause und die Arbeit.

Island hat auch meinem treuen 35-jährigen Freund einiges abverlangt.
Ich freue mich auf die ruhige Zeit Zuhause und die tollen Arbeiten am Fahrzeug bei warmen Herbsttagen. Doch alles mit dem Wissen… Heut ist nicht alle Tage, ich reise wieder, keine Frage.

Im Frühling 2018 startet unsere neue Tour!

See you soon @Pinzgauer-Reisen.ch

 

 

 

Und wenn dir unser Blog gefällt geht Vote doch für uns :

 

Reise Blogs Award 2018

Please follow and like us:
Share on Facebook
Facebook
Share on Google+
Google+
Tweet about this on Twitter
Twitter

2 Responses

  1. Martin

    Hallöchen Ihe Beiden,

    irgendwann ist halt alles vorbei. Aber die nächste Tour kommt ja.

    Aber eine Frage: Teil 2 mit Roman und wann gab es Teil 1 ???

    Liebe Grüße

    Martin

    • Astrid

      Hallo Martin

      Teil 1 gab es etwa eine Woche vorher. Aber du findest den Beitrag unter dem Logbuch immer noch.
      Viel Spass beim Lesen 🙂

      Astrid & Michel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.