On the Road again

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Alles ist repariert und sämtliche Papierberge abgearbeitet. Das Fahrzeug steht geladen vor der Tür und die Tanke um die Ecke ist auch schon ausgeraubt. Wir sind bereit!

Die neuen Abenteuer können kommen. Die Familie wird verabschiedet und herzlich umarmt. So rollen wir in der Heimat los Richtung Osten ins schöne Österreich.

Unser Weg führt uns zuerst an ein jährliches Treffen im Frühling unter Pinzgauer Freunden, wo wir viele neue und altbekannte Gesichter treffen. Im Konvoi geht es die kurvige Bergstrasse hinauf zum ausgewählten Berggasthof. Wir fahren vorne mit und ich erhasche immer wieder Blicke auf die Pinzgauer hinter uns, was mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Es ist schon ein tolles Gefühl, in so einer grossen Gemeinschaft unterwegs zu sein. Im kleinen Berggasthaus gibt es dann ein leckeres Nachtessen, garniert mit spannenden Gesprächen rund um die Themen Pinzgauer, Reisen und vielem mehr.

 

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Am nächsten Tag fahren wir weiter Richtung Osten. Unser erstes Ziel ist Bad Gastein im Gasteiner Tal, wo ein Bekannter von Michel wohnt. Wir haben noch ein riesiges Verdeck zu einem Pinzgauer für ihn dabei, welches wir mühsam hinter den Fahrersitz gequetscht haben. Michel freut sich schon, wenn wir es ausladen können. Wir fahren zuerst durch den Bregenzerwald ins schöne Tiroler Lechtal. Hier fliesst der zweitlängste Fluss Tirols, die Lech. Die Naturparkregion erstreckt sich über eine über 42 km2 grosse Fläche im Herzen der Region und zählt zu den schönsten und urtümlichsten Landschaftsräumen der Alpen. Wir geniessen die malerische Landschaft, die schöne Aussicht auf die umliegenden Berge und die doch noch etwas kühle Luft durchs offene Fenster. Hier scheint die Natur noch mehrheitlich unberührt zu sein. Immer wieder entdecken wir kleinere Bachläufe zwischen den Bäumen. Wir tuckern gemütlich vor uns hin und lassen uns auf geraden Strecken von diversen anderen Automobilisten überholen, die sich bestimmt schon eine ganze Weile über unser gemächliches Tempo geärgert haben. Doch wir sind am Reisen und nicht auf der Flucht.

 

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Alsbald kommen wir nach Innsbruck, wo wir uns spontan für einen Besuch bei Andreas und seiner Familie entscheiden. Michel kennt ihn nur über Telefonate und Mails, also sind wir beide gespannt, auf was für einen Menschen wir treffen. Schon öfters haben wir darüber diskutiert, wie es immer wieder spannend ist, Menschen zu begegnen, die man sich alleine aufgrund von telefonischem Kontakt ganz anders vorgestellt hätte als die Person, die dann tatsächlich vor einem steht. Darum sind solche Begegnungen immer besonders interessant.

Wir werden freundlich begrüsst und schon sind wir ins Gespräch verwickelt. Da es noch früh ist, wollen wir die Stadt noch ansehen. Den YellowOne können wir bei Andreas stehen lassen. So gehen wir zu Fuss den Berg runter, etwas mehr als 30 Minuten und betrachten auf der Strecke immer wieder die Strassenschilder. Die Herkunft der einzelnen Strassennamen werden auf den Schildern gleich mitbeschrieben, was doch sehr spannende Aspekte zu Tage bringt. Die Speckstrasse hat nämlich nichts mit dem Fleisch zu tun… Doch seht selbst 🙂

Wir schlendern durch kleinere und grössere Gassen der Altstadt und bewundern die verschiedenen Häuser, Geschäfte und das rege Treiben der Leute. So kommen wir auch am Alten Landhaus vorbei, welches zwischen 1725 und 1728 vom Hofbaumeister Georg Anton Gumpp in prunkvollem Barockstiel erbaut wurde. Das grosse Gebäude sieht schon imposant aus, bestimmt hat es schöne grosse Säle im Innern. Doch wir gehen weiter und sehen den 1180 zum ersten Mal erwähnte Innsbrucker Dom von weitem. Unser Weg führt aber nicht direkt und auch nicht im richtigen Moment an ihm vorbei, so bleibt uns der unverkennbare Glockenklang und die hochbarocken Deckenfresken im Innern vergönnt. Dafür bestaunen wir das berühmte Goldene Dachl in der Innsbrucker Altstadt.

„Nutze jeden Augenblick, lassen keinen Tanz im Leben aus, mitnehmen kannst du nichts“

… soll es laut Vermutungen auf dem nicht zu entziffernden Schriftband des Reliefs lauten. Es galt als Spiegel von Widersprüchen in Zeiten grosser Veränderungen und ist mit 2657 feuervergoldeten Kupferschindeln geschmückt, die mit der Sonne um die Wette strahlen. Besonders gefallen mir die Schnitzereinen und Malereien, die unter dem Dachl angebracht sind.

 

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In der Maria-Theresien-Strasse bewundern wir neben kleinern und grösseren Geschäften auch die prunkvollen Barockbauten. Hier standen zur Gründungszeit vor mehr als 700 Jahren nur ein paar Bauernhäuser, welche durch eine mächtige, mittelalterliche Ringmauer von der Altstadt ausgeschlossen wurden. Diese konnte man nur durch das St. Jörgen-Tor betreten. Hier in der Mitte der Strasse befindet sich auch die Annasäule, das Denkmal welches zum Dank für die Befreiung vom bayerischen Einfall am Tag der Heiligen Anna 1703 von den Tirolern Landständen gestiftet wurde. Gleich daneben befindet sich das Hardrock Cafe, das unsere Blicke auf sich zieht. Die im grossen Fenster stehenden alten Rüstungen haben es uns angetan. Leider klappt es nicht ganz so gut mit dem Foto, da sich die Umgebung im Fenster spiegelt.

Auch die Innsbrucker Triumphpforte ist ein prachtvoller Bau. Das Werk wurde im 18. Jahrhundert errichtet, als die Kaiserin Maria-Theresia die Hochzeit ihres Sohnes Erzherzog Leopold in Innsbruck plante. Entstanden ist die Triumphpforte aus den Steinen des mittelalterlichen Stadttors, welches zu diesem Zweck abgerissen wurde. Kaum zu glauben, dass solche riesigen Bauten nur für eine einzelne Person gebaut wurden, die nur in der Stadt zu Besuch war.

Auf dem Rückweg kamen wir dann noch am Rudolfsbrunnen vorbei, welcher 1877 zur Feier der 500-jährigen Zugehörigkeit Tirols zu den österreichischen Ländern (1363-1863) errichtet wurde. Auf dem Brunnenstock mit Wappen steht die lebensgrosse Bronzestatue Herzog Rudolfs IV, die nun auf uns niederen Bürgern herab schaut. Da kommt man sich gleich richtig klein vor und fragt sich, was man heute wohl tun muss, um ein solches Denkmal zu erhalten?

 

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Da es schon langsam spät wird, machen wir uns auf den Rückweg. In einer kleinen Wirtschaft am Weg gönnen wir uns noch ein Bier auf der Terrasse, bevor wir dann zurück zu Andreas und seiner Familie gehen. Da es nun schon zu spät ist, um weiter zu fahren, bot uns Andreas an, die Nacht hinter dem Haus auf dem kleinen Kiesplatz zu verbringen. Dort können wir problemlos den Pinzgauer hinstellen und sind ungestört. Sogar eine Feuerschale stellten sie uns hin. Wir lassen uns natürlich nicht zweimal Bitten und kurz darauf knistert und knackt es darin. Auch unsere Gastgeber setzen sich kurzerhand dazu und es wird ein gemütlicher Abend mit anregenden Gesprächen über alles mögliche. Und ein gut gebrannter vor dem Schlafengehen darf da natürlich auch nicht fehlen 🙂

Uns gefällt der Anfang unserer Reise und wir freuen uns auf das Abladen des Verdecks bei Florian. Ein neues unbekanntes Gesicht hinter einer Telefonnummer wartet 🙂

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  1. Diego

    Und los gehts!! Ich beneide euch richtig. Viel Glück und viel Spass.

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