Natur pur

Eingetragen bei: Reiseblog | 1

Das Schöne am Overlander-Leben ist, dass man alle Zeit der Welt hat. Wir haben festgestellt, dass wir sogar noch langsamer unterwegs sind, als wir zunächst angenommen haben. Aber wir geniessen diese Langsamkeit, den sie bringt auch immer wieder tolle Überraschungen mit sich 🙂

Da wir unterwegs möglichst versuchen, Autobahnen und grössere Strassen zu vermeiden, führt uns unser Weg immer wieder durch kleine Dörfer, die oft nur eine Ansammlung von Häusern irgendwo zwischen weiten Feldern oder Wäldern sind.

 

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Ich bin total begeistert von diesen unendlich weiten Landschaften. Während man in der Schweiz kaum ein paar Kilometer ohne Siedlung fahren kann, trifft man in Österreich, Tschechien und Polen manchmal stundenlang keine Menschenseele. Nein, so krass ist es dennoch nicht, aber es fühlt sich eben so an. Die Distanzen von einer Ortschaft zur Nächsten werden weitaus grösser. So bestaunen wir Kilometerlang die goldgelben Kornfelder und siehe da: ein Reh! So schnell wie wir es erblickt haben, ist es auch schon wieder zwischen den Weizenhalmen verschwunden. Völlig erstaunt – ein Blick auf die Uhr: es ist 14 Uhr und wir sind gerade erst losgefahren. Jetzt schon ein Reh?

 

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Aber nach etwas nachdenken und weiterem beobachten wird uns auch bald klar wieso. Denn das letzte Reh um diese Uhrzeit sollte es noch lange nicht sein. In Tschechien und Polen lebt die Bevölkerung auf einer viel grösseren Fläche verteilt als in der Schweiz. So haben diese scheuen Tiere hier wenig zu befürchten und zeigen sich deshalb auch schon am frühen Nachmittag. Dies führte dazu, dass wir immer wieder Ausschau nach diesen Tieren halten, was schliesslich zu einer langen Strichliste führte.

Zum „Rehli-Score“, wie wir die Strichliste später nannten, gesellte sich schon bald auch der „Häsli-Score“ dazu, welchen wir leider in Polen kaum weiter führen konnten. Dafür haben wir dort Unmengen von Störchen gesehen, die langbeinig über Felder spazieren oder hoch oben auf den Schornsteinen der Häuser oder Strommästen in ihren grossen runden Nestern sitzen. Die Brutzeit ist anscheinend schon eine Weile her, denn oft erkennen wir kleine flauschige Störche in den Nestern, die gierig ihre Schnäbel den Eltern hin recken. Auch viele andere Tiere haben wir schon entdeckt, grosse langbeinige Kraniche, Greifvögel die ihre Runden über den Feldern ziehen, Hasen die im nächsten Moment schon wieder im hohen Gras verschwinden, ein Eichhörnchen mit einem Pilz im Mund, der so gross wie sein kleiner Kopf war, unzählige Schmetterlinge, Fliegen, unliebsame Mücken, Bremsen und noch vieles mehr. Die Natur ist so vielfältig, dass wird einem erst so richtig bewusst, wenn man sich genügend Zeit dafür nimmt und eben mitten drin ist statt nur dabei. Also raus mit euch Stubenhockern 🙂

 

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Die Langsamkeit unserer Reise ermöglicht uns all diese tollen Entdeckungen. So können wir einfach irgendwo halt machen und unsere Gedanken und Blicke in die Ferne schweifen lassen. Wir haben Zeit und kein konkretes Ziel, dass wir an einem Tag erreichen müssen. Für uns spielt es keine Rolle, ob wir 10 oder 100 km am Tag fahren. Es ist wichtiger für uns, etwas zu sehen, zu entdecken und einen gemütlichen Tag zu geniessen. Denn nur so können wir all die wunderbaren Dinge sehen, die es hier überall um uns herum zu entdecken gibt. Und davon gibt es wahrhaftig viel. Nicht nur Tiere, sondern auch traumhaft schöne Landschaften, Sonnenuntergänge, Seen, Flüsse, Wälder, Felder, Häuser, Steine, Berge, Schluchten, Menschen, Lebensmittel, … Wir halten die Augen offen und sind gespannt darauf, was als Nächstes auf uns zukommt.

 

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  1. Martin

    Hallöchen ihr beiden,

    so zu Reisen ist einfach herrlich. Beim Womo muss man halt des öfteren mal halten und aussteigen, um einfach die Natur „auszusaugen“, was ich halt beim Radeln sowieso mache. Aber auch ich halte gern an und genieße die Natur. Viele Menschen können das gar nicht mehr. Und aussteigen, die Gedanken schweifen lassen, das erst recht nicht mehr. Sie können sich gar nicht mehr an der Natur erfreuen, ich sage es mal hart: Sie sehen auch nichts, weil die es so von den Eltern gelernt haben. Eure Berichte sind sehr schön und ich freue mich, das ihr es Euch so gut gehen lasst.
    Martin

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