Der Amazonas in Tschechien

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Unser Weg führte uns nun nach dem Grosstadterlebnis von Wien nach Tabor in Tschechien. Genauer gesagt auf einen wunderschön gelegenen Campingplatz. Dieser wird von Hetty und Harry aus Holland liebevoll geführt und wir konnten dort eine Woche lang bei den täglichen Arbeiten mithelfen. Am Samstag nach unserer Ankunft kam dann der grosse Ansturm, so dass wir fleissig in der gut ausgestatteten Küche mitgeholfen haben. Unter der Woche war es relativ ruhig auf dem Campingplatz, weshalb mehr Unterhaltsarbeiten zu erledigen waren.
Viele der Gäste hier kommen aus Holland, es wird also allgemein viel holländisch und wenig tschechisch gesprochen. Mit genauem Hinhören konnten wir jedoch relativ viel verstehen, auch wenn wir selbst nicht holländisch sprechen. Dennoch genossen wir die Zeit dort und die neuen Erfahrungen rund ums Führen eines Campingplatzes.

Der Campingplatz selbst ist wirklich schön, grossflächig und liegt direkt am Fluss Luznice, der vor allem zum Kanufahren oder Angeln einlädt. Umgeben von Wald schlängelt sich das langsam fliessende Wasser direkt neben dem Platz Richtung Süden. An einem unserer freien Tage schnappten auch wir das Kanu und paddelten gemütlich Fluss aufwärts und liessen uns anschliessend gemächlich zurück treiben. Wir fühlten uns wie im tiefsten Amazonas, das Ufer war gesäumt von Schilf und dichtem Wald. Doch dieser tiefe tschechische Amazonas hat auch seine Schattenseite. Zeckenzone! Was wir fast täglich wieder feststellten. Jeden Abend galt es also uns gründlich abzusuchen von Kopf bis Fuss, damit es sich auch ja keines der lästigen Tierchen irgendwo gemütlich macht.

 

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Nach einer Woche holländischer Idylle zog es uns dann aber wieder weiter und wir verliessen den Platz Richtung Ostrava einer Stadt mit lange Kohle Bergbautradition  im nordöstlichen Tschechien.

In Ostrava treffen wir dann die Frau meines Onkels. Während wir ganz gelassen und spontan die Stadt erkunden möchten, ist sie richtig nervös und weiss gar nicht genau, was sie uns alles zeigen soll. Denn wirklich alte Gebäude gibt es hier nicht, fast die gesamte Stadt wurde damals im Krieg zerstört. Dennoch schlendern wir durch die Strassen, besuchen den Rathausturm und schmunzeln ab einer Touristin, die sich angsterfüllt an ihrem Freund festklammert. Die Höhe ist eben nicht jedermanns bzw. -fraus Sache. Unser Pinzgauer steht während dieser Zeit im Landekpark. Ein Areal eines alten Kohlebergwerkes. Heute ein Sportzentrum, Campingplatz und Museum über den Bergbau. Hier kommen viele Einheimische um sich auszupowern und Sport zu trieben. Auf dem Areal befindet sich auch das ehemalige Kohlebergwerk mit seinem spannenden Museum. Natürlich haben wir das besichtigt und auch viel gesehen über die Arbeit der Grubenrettung und ihrer Helden. Mit Audioguide in Deutsch gings gemütlich durchs „oberirdische“ Museum mit allen möglichen Exponaten zur Rettung unter Tag. Ich traue mich dann auch als eine der wenigen Besucher durch den Trainingsparcour, welcher in einem Raum zu finden ist. Die Bergleute mussten hier mehrere Stunden bei unglaublicher Hitze in voller Montur durch die engen Tunnel aus Holz klettern. Ich will mir das gar nicht erst vorstellen, für mich war es so in Sommerkleidung und mit normaler Raumtemperatur schon anstrengend. Anschliessend ging es ins „Bergwerk“ unter Tage. In Wahrheit ist man nur im alten Liftgebäude ins Untergeschoss gefahren mit dem ursprünglichen Lift. Doch es ist alles sehr authentisch gemacht. Auf dem Boden sind Bildschirme angebracht, welche die Fahrt in die Tiefe simulieren. Danach ging es im unteren Stock durch die „Stollen“, welche mit alten Wagen, Puppen und Gebälk das Leben in der Dunkelheit aufzeigen. Alles zusammen mit unserem „Führer“. Doch da wir den Mann nicht verstanden weil er nur tschechisch sprach, blieben uns mehr die Eindrücke als die Erklärungen. Aber er bemühte sich doch sehr die wichtigsten Infos zu den Gerätschaften irgendwie mit Händen und Füssen für uns verständlich zu machen, was mehrheitlich auch funktionierte.

 

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Nach dieser Zeit in Tschechien nehmen wir unsere Eindrücke nun mit und nehmen Kurs auf die polnische Grenze. Diese liegt nur unweit von Ostrava und bald ändert sich für uns auch erneut die Währung. Polnischer Zloty heisst neu das harte Bare.

Nach dem Grenzübertritt auf polnisches Staatsgebiet fahren wir nun als erstes Richtung Auschwitz, wo sich einer der vielen Schandflecken eines deutschen Psychopaten befindet. Es liegt direkt auf unserem Weg nach Krakau und so wollen wir auch das besichtigen. Doch noch sind es ein paar Kilometer bis wir dort sind.

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  1. klauser

    keep going on….. immer wieder spannend Euere Berichte zu lesen

    Liebe Grüsse Georg

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