Beton im Wald

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Nach Auschwitz wollen wir auch noch das Hauptquartier der damaligen Deutschen Wehrmacht für den Russlandfeldzug ansehen. Deshalb fahren wir zur „Wolfsschanze“. Wir haben zuvor schon von einigen auf dem Campingplatz in Leba gehört, dass dort mehrheitlich kaputte Bunker zu sehen sein werden und das Ganze eher einem gemütlichen Spaziergang durch den Wald ähnelt. Davon wollen wir uns selbst überzeugen.

 

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Auf dem extra für Wohnmobile unter Bäumen eingerichteten Parkplatz mit sog vorhandenen Stromanschlüssen können wir unseren Pinzgauer auch über Nacht stehen lassen. So haben wir genug Zeit, alles in Ruhe anzusehen. Michel ist natürlich voll begeistert und möchte von jeder Mauer und Bunkerüberreste wissen, was es einmal gewesen war. Gut habe ich die Karte des Areals auf dem Handy gespeichert.

 

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Die Leute auf dem Campingplatz hatten recht, die meisten Gebäude wurden nach dem Krieg in die Luft gesprengt, so dass jetzt nur noch Trümmerhaufen zu sehen sind. Doch es sind noch immer teilweise gewaltige Trümmer von noch gewaltigeren Bunkern übrig. Aussen so riesig, aber durch die dicken Mauern innen doch so klein. Aber nach über 70 Jahren holt sich hier die Natur auch hier alles zurück und abgesehen von den Wegen wird hier nichts gepflegt. Zwischen den Mauern und engen Eingängen wuchert es schon richtig. Michel versucht natürlich überall hinein zu kommen, sobald es nach einem Eingang aussieht. Oft enden die Wege in den Gebäuden an einer eingestürzten Wand oder an einer Barriere, die ein Weitergehen verhindern. Trotz der Mücken, die uns überall durch den Wald verfolgen, geniessen wir unseren Waldspaziergang, für den wir mehrere Stunden brauchen. Auch hier ist das Areal sehr gross und was wir sehen, ist nur ein Teil des damaligen Stützpunkts.

 

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Gut 20 km entfernt befindet sich nochmals eine Bunkeranlage, im Mauerwald. Auch diese gehen wir am nächsten Tag noch kurz anschauen. Dies war einmal der Stützpunkt des Oberkommandos des Heeres. Doch die Flucht vor der roten Armee war hier so schnell, dass nichts gesprengt wurde und alles noch intakt ist. Hier kann man in mehrere Bunker hinein gehen, da diese nicht zerstört wurden. Drinnen befinden sich jedoch mehrheitlich leere Räume und es empfiehlt sich, eine Taschenlampe mitzunehmen. Es ist dunkel wie in einer Kuh.

Kaum zu glauben, wie die Soldaten früher hier gelebt und gearbeitet haben. Die Bunker hier liegen etwas weiter auseinander, so dass wieder ein gemütlicher Spaziergang angesagt ist, der leider von vielen Mücken gestört wird.

 

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Nach all diesen Militärsachen bin ich froh, als wir dann weiter Richtung Kaliningrad fahren. Wir sind beide schon total gespannt darauf, wie der Grenzübertritt verlaufen wird und wie es in diesem kleinen Teil von Russland ist.

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2 Responses

  1. Martin

    Hallo Ihr Beiden,

    tja und was haben die Menschen daraus gelernt? Nichts, einfach NICHTS !! 🙁 Man könnte meinen, es ist anders und schlimmer geworden.
    Ich war auch in Leba und kurz bei der Wolfsschanze. Traurig. Was sich da wohl alles abgespielt hat.

    Gruß

    Martin

    Ich war jetzt auf schokofahrt nach Amsterdam und zurück mit Rad und Anhänger. Kakaobohnen werden mit einem Segelboot nach Amsterdam gesegelt und dort in einer kleinen Manufaktur zu Schokolade gemacht, und diesmal mit 100 Rädern -viele Lastenräder- nach Deutschland von Kiel bis München gebracht.

  2. Udo Friedel

    Im Vorteil ist, wer zu Ende liest, dann ist mein vorheriger Kommentar überflüssig gewesen ;-), Udo

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