Kaliningrad – Russland in Europa

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Nach den vielen Bunkern in Mauerwald fahren wir nun auf der Landstrasse auf die Stadt Gusev zu, welche bereits in der russischen Enklave Kaliningrad liegt. Wir sind gespannt, wie wohl der Grenzübertritt sein wird. Hört man doch von vielen Reisenden alles mögliche. Wir haben für unser erstes kleine Russland-Abenteuer uns einen kleinen Grenzübergang ausgesucht.

Es führt eine lange, gut ausgebaute Strasse in Richtung Grenze und bald sehen wir von Weitem die ersten Grenzbauten. Wir halten an der polnischen Station an und werden nach kurzer Kontrolle des Passes, und ob ein gültiges Visa für Russland vorhanden ist, durch gelassen.

Und so stehen wir nun vor der russischen Grenze.

 

Der Zoll

An der ersten Schranke bekommen wir ein Stück Papier quasi als „Laufzettel“, welcher mit unserer Autonummer und der Anzahl der Insassen beschriftet ist. Danach fahren wir ein kurzes Stück und stellen uns in die recht kurze Schlange vor der eigentlichen Grenze. Diese besteht hier in Russland immer aus zwei Stellen. An der ersten Stelle „Passport Control“ , da reisen wir als Personen ein. Hier werden ebenfalls die Migrationskarten ausgegeben, welche wir doppelt ausfüllen müssen. Ein Exemplar wird sofort wieder eingezogen, das andere dann erst bei der Ausreise. Als Hilfe zum Ausfüllen findet ihr hier eine Migrations-Karte auf Deutsch als Vorlage.

Nachdem man die Stempel in den Pass erhalten hat, geht es zur zweiten Stelle; dem „Zoll“. Hier geht es um Waren und Geld und die temporäre Einfuhr des Fahrzeuges. Dafür bekommt man eine Zollerklärung, welche man ebenfalls zweimal ausfüllen muss. Ein Dokument wird auch hier behalten, das andere muss man bei der Ausreise wieder abgeben. Auch hier habe ich zur Hilfe ein Zolldokument in Deutsch. Nach knapp einer Stunde waren wir bei den Russen durch und konnten an der letzten Schranke unseren Laufzettel wieder abgeben.

 

Welcome to Russia – Fahrzeugversicherung

Nun sind wir in Kaliningrad, der kleinen russischen Enklave zwischen Polen und Litauen.

Die nächste Hürde ist nun die Fahrzeugversicherung. An der Tankstelle kurz nach der Grenze, welche wir ansteuern um nun endlich günstig zu Tanken (46.00RUB/L – 1€ à 75RUB) gibt es ebenfalls ein Büro für Autoversicherungen. Dort werden wir jedoch aus uns nicht erklärbaren Gründen abgelehnt. Wir erhalten aber eine Adresse in der Stadt Gusev, welche wir sowieso ansteuern für unseren nächsten Einkauf. Dort angekommen suchen wir das Versicherungsbüro auf, aber auch dort will man uns keine Versicherung geben und verweist auf die nächste Gesellschaft. Bei der BEK Versicherung haben wir dann endlich Glück und alles ist innerhalb 30 Minuten erledigt und unser YellowOne ist für die Zeit bis im Dezember in Russland versichert. Bezahlt haben wir knapp 7´000RUB für 5 Monate. Also umgerechnet etwa €20.00 pro Monat.

 

Die Enklave Kaliningrad

Ein paar Tage später erreichen wir die Namensgebende Stadt „Kaliningrad“ , welche früher noch unter Deutscher Herrschaft Königsberg hiess und zu Ostpreussen gehörte.

 

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Die Enklave hat eine bewegte Geschichte, die man ihr ansieht. Deutschland ist, wenn man etwas genauer hin sieht, noch an jeder Ecke präsent. Es steht nur noch der renovierte Dom, den Deutschland damals errichtet hat. Der Rest der inneren Altstadt durch Bomben jedoch komplett zerstört. Mittlerweile befindet sich dort eine schöne Parkanlage. Doch Bilder und Texte weisen noch heute darauf hin, wie es dort damals ausgesehen hat.

 

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Genau so oft, wenn nicht sogar noch öfters, sieht man Dinge der ehemaligen Herrschaft der Sovjets und dem heutigen Russland. Natürlich ist auch überall der orthodoxe russische Glauben präsent. Grosse Kirchen und heroische Denkmäler für die Helden des Krieges sind an vielen Ecken zu entdecken genauso wie ausgediente Panzer, Flugzeuge oder U-Boote. Teilweise können diese Dinge auch besichtigt werde, wie das U-Boot B-413, welches im Hafen liegt und heute ein Museum ist.

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Wir quartieren für die nächsten Tage etwas ausserhalb der Stadt ein damit unser Fahrzeug sicher steht. Unser Plan ist die Stadt die nächsten Tage mit dem ÖV bzw. den Linienbussen zu erkunden , welche hier sagenhaft günstig sind. Eine Fahrt kostet knapp 20 Rubel, was knapp EUR 0.35 entspricht, egal wie lange man im Bus bleibt. Die Tickets werden direkt im Bus von einem Verkäufer an den Mann bzw. Frau gebracht. Keine Automaten und nichts. Tolles System 🙂

In der Stadt besuchen wir das Bernstein Museum mit all den wunderschönen Dingen der Handwerkskunst. Die ganze Region Kaliningrad ist bekannt für ihre Bernsteine. Hier standen bedeutende Manufakturen und es wird heute noch viel davon verarbeitet. Wer sich am Strand genau umschaut kann selber Bernsteine finden.

Doch während unserem Besuch stand die Stadt noch stark unter dem Einfluss der FIFA Weltmeisterschaft 2018. Überall hingen Flaggen und auch die Fanzone war noch aufgebaut. So haben wir auch diese noch kurz besucht und etwas die lockere Stimmung genossen. Doch schon bald zog es uns wieder raus in die Stadt, um weitere Eindrücke von diesem kleinen Russland zu sammeln.

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Wir verabreden uns mit Alexander, welcher uns in der Stadt aber auch im umliegenden Gebiet etwas herum führt. Alexander wohnt in einer für uns gesperrten Stadt. So verabreden wir uns auf dem Parkplatz unseres Standplatzes beim Hotel Baltica. Wir besuchen Überreste von Schleusenanlagen des nie in Betrieb genommenen Masuren-Kanals, der heute auf dem Gebiet von Polen und Kaliningrad verläuft. Die grosse Bauten wurden mit Unterbrechungen zwischen 1911 und 1942 errichtet. Gerade in der letzen Kriegsjahren wurde praktisch alles örtliche Material für Mauerwald und die Wolfsschanze für den Bunkerbau benötigt. Doch auch eine mittelalterliche Wohnsiedlung, welche für Workshops genutzt wird steht auf dem Programm. Später fahren wir noch an einer alten deutschen Mühle aus dem Jahr 1909 vorbei und besuchen ebenfalls Überreste einer Raketenbasis der Sovjets. Spannend, was es alles in diesem kleinen Stück Russland zu entdecken gibt, welches erst seit 1991 für Touristen geöffnet ist und davor selbst von Bürgern der Sowjetunion nur mit spezial Bewilligung besucht werden konnte.

 

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Doch irgendwann müssen wir uns auch hier von Alexander verabschieden und nach einer weiteren Nacht zieht es uns wieder weiter. Wir wollen noch etwas ans Meer und Sonne und Strand geniessen. Wir nehmen die Abzweigung Richtung „kurischen Nehrung“, um später die kleine Grenze zur EU zu überschreiten. Doch davor begegneten wir noch Oleg am Strand. Dazu aber mehr im nächsten Beitrag 🙂

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