Oleg – Ruski Banja

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Wir haben einen schönen Platz direkt am Meer gefunden. An diesem Tag regnete es wie aus Kübeln. Die Strasse oder besser gesagt der Weg ans Meer bestand aus Schlamm und tiefen Spurrinnen. Doch mit Untersetzung und etwas Konzentration konnte ich das Fahrzeug sicher bis ans Meeresbord lenken, welches malerisch unter Bäumen lag. Wir scheinen nicht die einzigen zu sein, die diesen Ort lieben. Einige Russen haben ebenfalls Zelte aufgeschlagen und scheinen hier längere Zeit zu sein. Doch keiner nimmt grössere Notiz von uns und wir suchen uns einen tollen Platz.

 

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Nach diesem Tag sind wir hungrig und freuen uns auf unsere Spiesse mit Garnelen und Gemüse. Doch plötzlich klopft es an unserer Fahrzeugtür. Astrid und ich sind erstaunt. Ich schaue aus dem Fenster und erblicke einen grimmigen Russen. Gedanken drehen sich in meinem Kopf. Dürfen wir doch nicht hier sein? Oder müssen wir irgendwo was bezahlen?

Ich öffne die Tür und das Gesicht des Russen wird plötzlich ganz freundlich. Wild fuchtelnd versucht er uns etwas zu erzählen und wir sollen mitkommen. Schlussendlich ziehe ich meine Schuhe an und folge ihm. Er geht die Treppe runter an den Strand, gerade auf ein altes Sovjet-Zelt zu, welches nahe am Bord aufgebaut ist. Ein Kamin ragt aus dem Zelt hinaus und da Dampft es gewaltig. Da soll ich nun rein kommen? Doch seine Ausdrücke und Zeichen sind eindeutig. Ruski Banja erklingt es immer wieder.

 

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Nach dem ersten kurzen Blick erleuchtet auch mir die Lampe. „Ah Sauna!“ Ich gehe zurück zum Fahrzeug und berichte Astrid. Die Vorbereitungen fürs Nachtessen werden erst mal gestoppt und eine Saunarunde eingelegt. Oleg legt nochmals extra etwas Holz nach für die Gäste und kippt Wasser über das Blech umhüllte Feuer. Der Dampf steigt auf, für uns ist es im ersten Moment fast unerträglich, aber kurz darauf schön angenehm. An diesem regnerischen Abend passt das nun perfekt. Zur Abkühlung rennen wir ins Meer, bevor es zur nächsten Runde ins „Zelt“ geht. Nach etwa der 3. Runde bittet uns Oleg in seinen Unterstand direkt neben dem dampfenden Zelt. Er holt eine 5l Pet-Wasserflasche hervor, die aber eindeutig kein Wasser mehr enthält. Stolz erzählt er uns, dass dies Brandy von seinem Kollegen aus Armenien sei, der kürzlich zu Besuch war. Schnell sind auch ein paar Gläser gefunden und die Runde ist eröffnet.

So einen Brandy hatte ich noch nie in meinem Leben. Süss, wie der beste Honig und doch nicht Schwachstrom. Ich geniesse diese Tropfen und höre dem Regen und dem Meer zu. Wir haben einen lustigen Abend und schon kurz nach 22 Uhr liegt Oleg schlafend in der noch lauen Sauna drin. Auch wir gehen schlafen und freuen uns auf den nächsten Tag.

 

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Doch die zweite Überraschung folgt bald. Um knapp 5 Uhr Morgens klopft es erneut an der Tür. Nein, diesmal ist es nicht Oleg, sondern ein hilfloser Russe der uns in knappem Englisch zu erklären versucht, dass er mit seinem Fahrzeug auf der schlammigen Strasse wohl etwas weniger Glück hatte wie wir. Er blieb Stecken und wir sind das einzige Fahrzeug, dass ihn rausholen kann. Mit etwas schwerem Kopf vom vorigen Abend mit Oleg starten wir also unseren YellowOne und gehen dem armen Russen helfen. Nach gut zwei Stunden können wir uns dann endlich wieder aufs Ohr legen.

 

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Wir lassen die Türen hinten vom Fahrzeug offen und geniessen für die nächsten Stunden einfach den Ausblick, bevor wir nach einem wunderbaren Tag am Meer am Abend dann doch endlich noch unsere Spiesse machen können. 🙂

 

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