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Im Zentrum Europas

Eingetragen bei: Reiseblog | 2

Wir verliessen den russischen Oblast „Kaliningrad“ über die Kurische Nehrung. Der Grenzübergang hier ist sehr klein und alles ging recht schnell. Innerhalb von 30 Minuten haben wir die Russische Grenze passiert, wobei auch hier die Beamten mehr Interesse an unserem Fahrzeug als an sonst was hatten. Auch die EU-Grenze zu Litauen liessen wir bald hinter uns und folgten weiter der einzigen Strasse, welche zu beiden Seiten von dichtem Wald gesäumt ist und entgegen unseren Vorstellungen keine Blicke aufs Meer zulässt. Für den Eintritt in den Nationalpark zahlen wir auf der russischen Seite 450 RUB – knapp 6 EUR inkl. Fahrzeug. Von der Litauischen Seite her zahlt man übrigens einiges mehr, wurde uns erzählt.

Das Meer hier lässt sich nur bewundern, wenn man zu Fuss einem der vielen Wege durch den Wald folgt und dann einige Stufen hoch steigt, danach eröffnet sich oft ein langer Strand, der zum Verweilen einlädt. Wir geniessen das schöne Wetter und packen noch einmal unsere Badesachen aus. Wer weiss, wann wir wieder ans Meer kommen und solch schönes Wetter geniessen können.

Von der Kurischen Nehrung kommt man nur mit der Fähre aufs Festland rüber. Wir sind etwas verwirrt, als wir ohne etwas zahlen zu müssen, auf dem Festland weiterfahren können. Doch wurde uns später ebenfalls erzählt, dass es üblich ist nur vom Festland her zu zahlen. Die wenigen Leute die von Russland her kommen, haben eben Glück, da es sich nicht lohnt, da extra eine Kasse zu betreiben. Den der eigentliche Tourismus kommt fast ausschliesslich von der EU bzw. von Litauen her.

Danach geht es für uns weiter in Richtung Vilnius, der Hauptstadt von Litauen. Wir versuchen möglichst auf kleinen Strassen zu fahren, die zwar alle nur aus Schotter bestehen und oft sehr wellblechartig sind, aber dennoch mehr reiz versprühen als die Hauptachsen durchs Land. Denn das eigentliche Land  rund herum ist wenig beeindruckend, viele Felder, wenige kleine Dörfer, sonst nichts. Hier ist es sehr flach, Hügel gibt es kaum. Uns ist besonders aufgefallen, dass die meisten Dorfbewohner einen eigenen Brunnen im Garten haben. Selbstversorgung wird wohl auch hier gross geschrieben.

In der grösseren Stadt Kaunas machen wir einen kurzen Zwischenstopp und schlendern durch die Strassen der kleinen aber schmucken Altstadt und laufen durch einen alten „Freizeitpark“, der wohl noch aus Sowjet – Zeiten stammt. Die üblichen Farben aus dieser Zeit, Rot-Gelb-Grün dominieren hier und es sind nur noch wenige Attraktionen zu sehen die halbwegs intakt sind.

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Kurz darauf machen wir Vilnius unsicher 🙂 Hier möchten wir uns die Visa für Weissrussland (Belarus) beschaffen und natürlich die Stadt besichtigen.

Nach dem Besuch des Konsulates und der Einreichung des Antrages wollen wir während der knapp 1-wöchigen Wartezeit auf unsere Visa, Vilnius und die nähere Umgebung genauer anschauen. 

Die Stadt selbst gefällt mir irgendwie nicht so sehr, da es keinen wirklichen Stadtkern mit alten Strassen und Gebäuden gibt. Wir besuchen die Bastion, welche ein kleines Museum enthält und auf dem „Dach“ eine schöne Aussicht über die Stadt bietet. In der Ferne sehen wir die drei weissen Kreuze aufragen. Besonders spannend und auch lustig war der Besuch im Illusionsmuseum. Faszinierend, wie man das Auge und Gehirn mit wenigen Kleinigkeiten verwirren bzw. was man alles Unmögliche wahrnehmen kann.

Während wir sehr viel zu Fuss in der Stadt unterwegs sind, wartet unser Pinzgauer auf dem einzigen Campingplatz etwas ausserhalb. Dieser ist mit guten Duschen und Toiletten ausgestattet, aber für unseren Geschmack mit seinen €26.00 pro Tag etwas zu teuer, da er absolut kein Ambiente bietet. Aber für diesen Ort gibt es nicht wirklich eine schlauere Alternative und so beissen wir eben in den sauren Apfel.

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Etwas nördlich der Stadt befindet sich der Mittelpunkt von Europa. Dies Punkt (  54° 54′ 0″ N25° 19′ 0″ O ) wurde 1989 von Französischen Wissenschaftler berechnet und liegt in der Nähe des Dorfes “ Purnuškės  “ etwas nördlich der Hauptstadt Vilnius. Das Monument dazu befindet sich jedoch wenige 100Meter daneben. Nachdem wir schon zweimal den westlichsten Punkt besucht haben (in Frankreich auf dem Kontinent und in Island), wollten wir natürlich auch dahin. Es ist zwar nichts Spektakuläres, nur ein Monument in der Nähe eines Golfplatzes, aber alles sehr schön gemacht mit Wegen, Bänke zum Sitzen und Fahnen sämtlicher Staaten. Doch es scheint nicht gerade der Touristenmagnet zu sein. Für uns sieht es eher aus wie ein gescheiterter Versuch, etwas eher Uninteressantes für den breiten Tourismus interessant zu machen.

In Trakai, einem kleinen Ort südlich von Vilnius wollten wir uns einen Tag darauf eigentlich die Wasserburg ansehen, entschlossen uns dann aber spontan dagegen. Wir machten dafür einen gemütlichen Spaziergang im Regen durch die Ortschaft und besuchten dort die Kirche, in der gerade ein Quartett für einen Auftritt probte. Wir hörten den Musikern eine ganze Weile zu, die Akustik war atemberaubend und die Melodien sanft und berauschend.

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Der 1. August rückt näher. Den Schweizer Nationaltag verbringen wir dann wieder auf dem Campingplatz in Vilnius und lassen es uns abends mit Tischgrill und kühlem Bier so richtig gut gehen und freuen uns auf den nächsten Tag. Denn da sollen unsere Pässe mit dem Visa im Konsulat von Belarus bereit liegen. Wir stossen auf gutes Gelingen an. Am nächsten Tag holen wir also unsere Pässe ab und tatsächlich, das Visa klebt darin. Los geht´s, ab zur belarussischen Grenze 🙂

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2 Responses

  1. Martin

    Hallöchen,
    wie sieht es denn da eigentlich aus mit Fernradfahrern. Habt Ihr da welche getroffen?

    Ansonsten ruhigen Grenzübertritt und ich warte wieder auf die nächsten Berichte.

    Gruß

    Martin

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