..vom grünen Jungspund zum grossen gelben

 

 

 

 

So nun steht er also vor dem Haus. Jetzt geht’s ans Ausbauen. Wo fange ich an? Was will ich überhaupt? Was brauche ich dazu? Und wie mache ich es? Ich hab keine Ahnung.Hatte ich bis jetzt noch nie einen Camper, war selbst auch noch nicht campen und hab genau so wenig an einem Auto geschraubt. Ja noch nicht einmal an einem Moped. Überhaupt ist dieser Pinzgauer mein erstes eigenes Auto in meinem Leben. Nun gut, wird schon schiefgehen, denn seit ich denken kann interessiert mich Technik. Also heisst’s wohl nun „learning by doing“

Diese und viele andere Fragen sind wohl meistens die Ersten, welche sich stellen, wenn man mit so einem Projekt beginnt. So habe ich mich ziemlich am Anfang bereits im „Pinzgauer-Forum“ angemeldet, um gleichgesinnte zu treffen. Vor allem aber auch, um das Fahrzeug kennenzulernen und seine technischen Möglichkeiten und Grenzen zu erfahren. Und promt wurde ich freundlich in die Gemeinschaft aufgenommen. Es gab viele nette Mitglieder, von denen auch einige schon ihre Pinzgauer umgebaut hatten in mehr oder weniger starke Reisefahrzeuge. Mir wurde dabei schnell klar, dass ich nicht von der Sorte der Reisenden bin, die nur den Pinzgauer ausbauen wollen für ein Wochenende. Er musste Autark sein für lange Reisen. Denn ich will Reisen und nicht von Camping zu Camping pilgern und mir Stellplätze mit Strom, Frischwasser, Abwasser und was sonst noch alles benötigt wird, suchen müssen. So wurden viele Beiträge im Forum – bis heute über 1’500 – geschrieben, andere Ausbauten studiert, viele Bilder angeschaut, Berechnungen angestellt und irgendwann wurde das Bild von meinem Ausbau langsam klar.

 

So bildeten sich folgende grundlegende Anforderungen, welche mein Fahrzeug erfüllen sollte :

 

Treibstoffvorrat + Reserve für mindestens 1’000km Liegenbleiben ist nicht toll. 245 Liter sind dabei.
Trinkwasservorrat für 3-4 Tag an Bord, überall Nachfüllbar Ich habe 70L dabei und über einen Keramikfilter auch mit fast allem nachgefüllt werden.
Ein Kühlschrank braucht es Kühles Bier muss sein, und mit einer Kompressor-Kühlbox klappt das auch im Sommer
Eine Heizung soll Warm geben Nur das Bier soll kühl sein, nicht ich.
Möglichst für alles den gleichen Betriebsstoff Ich heize und fahre mit Benzin.
Auch der starke Kocher für aussen läuft mit Benzin. Nur für drinnen bei ganz schlechtem Wetter haben wir einen Spirituskocher im Druckbetrieb.
Das Gewicht soll nicht übermässig werden Sonst kann ich gar kein Bier mehr mitnehmen!
15mm beschichtetes Pappel-Sperrholz war hier für den Ausbau das Mass der Dinge. Auch wurde, wo Metall nötig war, auf Aluminium gesetzt.
Es müssen anständige Betten rein Ich habe zwei Matratzen mit einem Lattenrost drin. Nur mit gutem Schlaf macht die Reise Spass.
Eine grosse Küchenzeile Ich koche sehr gerne. Eine grosse Küchenzeile musste rein, damit auch anständig gekocht werden kann wie Zuhause.
Ich will nicht immer umräumen, um ins Bett gehen zu können Ich will Reisen und nicht permanent umräumen. Daher wurde alles längs in Fahrtrichtung angeordnet. Es gab Stockbetten anstelle von King-Size.
WC & Dusche benötige ich nicht. Da bin ich purist. Waschen im Gewässer oder mit dem Waschlappen im Fahrzeug reicht völlig aus.
Jederzeit genügend Strom Was nützt ein Kühlschrank ohne Strom? Ich habe 2x 120Ah Batterie an Bord und eine 200W Solaranlage.
Kompressor, Werkzeug & Ersatzteile Werkzeug & Ersatzteile können ungemein beruhigen. Ob man dann im Ernstfall auch das Richtige hat?

 

 

Mit diesen Anforderungen ging es nun ans Werk für den grosse Traum. Natürlich haben meine genannten Wünsche einiges an Ideen, Zeit und Blitzgedanken benötigt, bis daraus das wurde, was es heute ist. Es war eine grosse Herausforderungen, alles so umzusetzen, dass ein Schritt den Nächsten nicht gleich wieder unmöglicht machte. Jeder Arbeitsschritt den man tut, hat garantiert Auswirkungen auf tausend andere Dinge. Und wenn heute nicht bereits an das von Morgen gedacht wird, hat man sich garantiert was verbaut. Ein Reise-Ausbau ist sehr komplex. Das hätte ich mir am Anfang nie gedacht. So kann ich heute sagen, dass mindestens 50% der ganzen Arbeit reine “ Büro & Kopf-Arbeit „ bedeutet. Wahnsinn nicht?
Somit wird ein Techniker zum Denker, also könnte doch auch ein Denker zum Techniker werden? Los Banker raus und lebe deinen Traum, du schaffst das!

Also sass ich unzählige Stunden im Büro und zerbrach mir den Kopf von „Wie löse ich dies und jenes Problem“ bis zu  „Wo bekommen ich das Material her“. Mein Gott, wie haben Leute nur Autos ausgebaut bevor es Internet gab? Ich kann es mir nicht vorstellen…
Und wenn man dann so im Flow ist, vergeht die Zeit unendlich schnell und die Jahre fliegen dahin. Das Datum unserer Reise rückt näher. Ihr denkt jetzt sicher UNS? Vorher war es doch nur ein ICH? Ja, liebe Leute, in den Jahren hat sich nicht nur am Pinzgauer was getan. Hier findet ihr mehr dazu, wer hinter UNS steckt.  Was wir nun aber im Detail tatsächlich für Veränderungen und Ausbauten vorgenommen haben, zeigen wir euch in der nachfolgenden Galerie. Auch haben wir da viele technische Details beschrieben, wie wir unsere Ideen umgesetzt haben, damit es für uns passt. Viel Spass beim lesen 🙂

PS: Fahrt ihr mit der Maus über den Slider bleibt er stehen, oder ihr könnt das Bild vergrössern.

 

 

P1000785

Hier steht er nun also nach der ehrenvollen Entlassung aus dem Militärdienst, in voller Erwartung auf sein neues Leben in Zivil. Ob er sich freut? Ach Junge, was du noch Erleben wirst mit uns, das ahnst du noch nicht. Doch erst mal raus aus der Uniform und ab in ein neues Bürger-Hemd.

Also los, jetzt wird in die Hände gespuckt... Wir steigern das Bruttosozialprodukt... Nun geht es ans Werk. Gesprochen hast du die letzen Jahre genügend darüber, was du gerne würdest tun würdest. Jetzt wird es getan. Als Erstes mussten die Kreuze und das Blaulicht entfernt werden, da diese im öffentlichen Verkehr nicht zugelassen sind. Danach wurde der Container vom Pinzgauer abgenommen, damit beides besser lackiert werden konnte. Zusätzlich bekam der Pinzgauer über dem Führerhaus ein Hardtop von einem zivilen Kommunal-Pinzgauer, anstelle der originalen Plane. So war es danach im Führerhaus um einiges wärmer, bzw. sicher nicht mehr kälter wie draussen. Auch konnte der Lärm durch die Isolierung etwas gedämmt werden. Wow, ich hör mein Sitznachbar ja doch noch =)

P1000785

Doch bevor die Farbe drauf kann, muss das GFK Hardtop erst geschliffen und gespachtelt werden.
Schöne Sommer-Arbeit nicht?

Nach dem schleifen konnte das Hardtop auf dem Pinzgauer montiert werden. Da es ja bereits von einem Kommunal-Pinzgauer stammt, passte es natürlich auch problemlos auf meinen Jüngling. Quasi "Plug and Play" . Nun wird es mit der Betriebsheizung, welche auf einem Wärmetauscher im Auspuff basiert, doch auch mal im Innern ansatzweise etwas wärmer als draussen. Welche Wohltat, wenn man am Spielen ist im Winter. Nebst der Arbeit brauchst doch auch etwas Spass oder nicht?

Doch lange Zeit für den Spass hatte ich nicht. Ein paar Tage Büroarbeit später steht schon der nächste Sommer vor der Tür. Weiter geht die Arbeit an der Front. Auf dem Programm steht Container schleifen bis zum Umfallen, damit auch dieser seine Lackierung im neuen gelben Look erhalten kann. Das ganze Fahrzeug wird mit 1K Kunstharzlack für Baumaschinen gerollt. So kann man es bei Bedarf selbst ausbessern. Wir wollen ja Reisen und nicht am Sonntag bei der Waschanlage das Auto auf Hochglanz polieren. Auch im Innern wird der Container komplett frisch gestrichen in RAL9010 Weiss, als Grundlage für den Ausbau.
Der Farbton der originalen Militärfarbe ist doch recht dominant. Mehrmals muss lackiert werden, bis alles im neuen Gelb erstrahlt und die militärische Uniform nun komplett abgelegt ist. Von Tag zu Tag wird er schöner, nicht? Aber nur mit lackieren kommt man beim Ausbau auch nicht weiter. Nebenbei wird am Fahrzeug selbst fleissig gearbeitet. Denn da wurde das Hardtop ja bereits montiert.

Bevor das Hardtop innen isoliert werden kann, soll eine Radio- und Schaltkonsole eingebaut werden. Die Konsole wurde von mir aus 9mm Pappelspeerholz genau nach Mass gebaut und mit Nitro-Hartgrund vorbereitet, da sie ebenfalls unser schönes Gelb tragen soll. Der Nitro-Hartgrund ist dafür da, dass das Holz keine Feuchtigkeit aufnimmt und sich dadurch verziehen könnte. Mein Ziel war es, sämtliche Kabel und Elektronik in der Konsole zu verbauen, für das Innenlicht, Radio sowie für die Dachscheinwerfern.

Strom zapfte ich von der Steckdose für das ehemalige Funkgerät hinter dem Beifahrersitz. Die ganze Verkabelung, Schalter, Sicherungen und die Umwandlung 24/12V befinden sich in der Konsole. Als Radio habe ich zwar ein Neues genommen, aber doch schon ein altes Modell. Das hat noch eine manuelle Sendereinstellung und ein Kassettendeck. So geht nach dem Abschalten am Hauptschalter auch keine Programmierung verloren und kein Code wird für irgendeine Entsperrung benötigt. Ganz nach dem Motto, dass unser Pinzgauer frei von einem Diagnosestecker bleiben soll. Und wer will schon ein so altes Radio klauen? Die Boxen vom Radio habe ich in die Kopf-Polster in den Ecken des Überrollbügels eingelassen. Damit lässt sich auch auf der Autobahn plötzlich Nachrichten hören im Radio. Zwar nur Mono, weil man sowieso nichts hört aus der Box auf der anderen Seite.

Auf beiden Seiten befinden sich DIN Steckdosen (10A), sowie je eine Leselampe von Osram. In der Mitte ist das normale Kabinenlicht. Verbaut habe ich einen 12A 24/12V Wandler von Alfatronix. Die Dinger sind Staub- und Spritzwasserdicht und besitzen praktisch null Wärmeabgabe im Betrieb. Selbst der Standby-Verbrauch ist kleiner als < 15mA. Genau das Richtige für diesen Einsatz. Zusätzlich gibt es darauf lebenslange Garantie, weil die Dinger laut Statistik eh nur alle 162 Jahre ausfallen!
Für die Steuerung der Dachscheinwerfer habe ich auf Relais verzichtet und dafür mit HD Schalter gearbeitet. Die Scheinwerfer auf dem Dach selbst laufen weiterhin auf 24 Volt. Nur Radio und Innen-Licht wird auf 12V betrieben.

Am Schluss haben wir die ganze Führerkabine mit sehr guter Isolation (Armaflex - gut und günstig) mit einer Stärke von 16mm isoliert. Eine deutliche Schalldämmung war auch noch ein toller Nebeneffekt.  Alles wurde befestigt mit Kontaktkleber aus der Fahrzeugbranche, der über eine kurze Zeit auch mal 100°C erträgt. Es ist nicht zu unterschätzen, wie sich die Kabine in der prallen Sonne aufheizen kann. Als Verkleidung habe ich mir günstigen und doch robusten Kofferraum-Teppich besorgt, in zwei verschiedenen Farben, denn die Rückwand sollte etwas heller werden.

Wer schon mal auf Kunstleder-Sitzen gesessen ist, weiss wie unmöglich mühsam diese im Sommer sind. Man schwitzt extrem und wenn die Sonne darauf scheint, werden die Teile so abartig heiss, mann könnte glatt ein Spiegelei darauf kochen. Daher war klar, es müssen neue Sitze her. Doch was passt in den Pinzi? Überzeugt hat mich am Schluss die Lösung von einem anderen Forums-Mitglied. Diese Sitze sind aus der Baubranche und speziell für den HD Einsatz in Baumaschinen gebaut. Doch im Winter ist ihr Verhalten dasselbe wie bei den alten Kunstleder-Sitzen, sie blieben eiskalt. Und weil man ja schliesslich für die Zukunft baut und auch nicht jünger wird, habe ich diese mit einer 24V Sitzheizung ausgerüstet. Man gönnt sich ja sonst nichts 🙂

Die Schalter hierfür habe ich direkt oberhalb der Handbremse angeordnet, für eine einfache Betätigung. Der Stromverbrauch der Sitzheizung liegt bei 5A/24V. Somit konnte auch hier ohne Relais gearbeitet werden. Die Sitze selbst hingegen sind auf den ganz normalen Sitzkonsolen im Pinzgauer aufgebaut. Die alten Konsolen mussten nur mit zwei Flacheisen ergänzt werden, worauf die neuen Sitz-Oberteile verschraubt werden konnten. Am originalen Gestell wurde nur die Rücklehne entfernt und danach alles sandgestrahlt und neu pulverlackiert. Gefällt, passt und hat Spiel oder nicht? 

Der originale Standort für das Ersatzrad war beim Sanitäts-Pinzgauer an einem Art "Kran" in einem Seitenfach vom Container. Da aber einer der Anforderungen war, dass ich Ersatzteile und Werkzeuge mitnehmen will, hatte ich die glorreiche Idee, dieses Seitenfach umzurüsten und als Werkzeug- und Ersatzteilfach zu verwenden. Hierzu aber in den nächsten Bildern mehr. Nun musste erst ein neuer Platz für das Reserve-Rad gefunden werden.

Hier zeigte einmal mehr das Hardtop seine Stärke. Da ein Kommunal-Pinzgauer auch die ganze Ladefläche nutzte, wurde bereits da das Reserverad auf das Dach verfrachtet. So wurde dies zusätzlich bereits im Werk mit Stahl-Streifen in den Rippen verstärkt und mit 4x M10 Gewinden ausgerüstet. Darauf konstruierte ich dann die Reserverad-Halterung mit Schutz gegen ungebremsten Abflug nach vorne. Und falls das Reserverad doch mal benötigt wir, kann ja jetzt meine Beifahrerin ebenfalls ihre Stärke zeigen 🙂

Sowohl der Container wie auch das Fahrerhaus ist nun endlich lackiert. Der Container hat zwar seinen braunen Streifen noch nicht erhalten, aber das folgt bald danach. Es wurde Zeit für die vorübergehende Hochzeit. Zwar musste der Container nochmals für die eine oder andere Arbeit angehoben werden, aber dennoch sind wir so mobiler für den Ausbau, wenn jetzt alles wieder vereint ist. Denn die nächsten Arbeiten umfassen nun diverse Dinge aussen und innen.

Da wir ja Reisen gehen möchten und nicht nur in den Urlaub fahren, sollten wir doch das eine oder andere Teil mehr dabei haben als der "Norm-Camper", der in die nächste Fiat Garage kann. Kommt hinzu, dass der Pinzgauer ausserhalb von Mitteleuropa praktisch unbekannt ist. Wie bereits vorher erwähnt, hatte ich ja die glorreiche Idee, das Reserverad-Fach für Ersatzteile, Betriebsstoffe und Werkzeuge zu nutzen. Um dies effizient zu gestalten im Sinne von "ich will nicht immer umräumen", nutzte ich den alten Ausleger für das Reserverad. An diesem wurde ein Gestell montiert, was nun wie ein grosses, ausziehbares Regal funktioniert. Damit wird ermöglicht, dass ich die ganze Tiefe des Faches nutzen kann und nicht zuerst alles ausräumen muss, um nach hinten zu kommen. So kann ich mich wie an einem Regal bedienen und mir nehmen was das Herz begehrt. Von Schraubenschlüssel bis zur Zündkerze hat alles seinen Platz. Da mir Flexibilität sehr wichtig ist bei diesem Ausbau, habe ich alles mit dem RAKO-System ausgestattet. Dies kann ich beliebig schieben und runter nehmen wie ich möchte. Zusätzlich ist es auch noch viel leichter als ALU-Kisten und dergleichen. 

Ganz unten sieht man die 5 Flachkanister für die Betriebsstoffe. Diese stammen aus dem Laborbau und passen perfekt in das Fach. Inhalt je 5 Liter.
Gedacht habe ich mir das so : 2x Motoroel / 1x Getriebe und Achsoel / 2x Spiritus für Innen für unseren Spiritus Druckkocher.

Hinter den Kanistern findet sich noch ein kleines Tablar, welches ich eingenietet habe. Darauf finden sich 4x 1 Liter Kanister für 2x Bremsflüssigkeit und 2x Bleiersatz, sowie Ablagefläche für die Verbandsbox usw. Hinter den Kanistern unten ist noch das Kabel für den Aussenstrom-Anschluss aufgewickelt. Hierbei führen wir 25m mit und dazu diverse Adapter. 

Vorne rechts sieht man den 230V Aussenanschluss für das Fahrzeug. Die Türe vom neuen Werkzeugfach hat unten keine Dichtung drin, damit dies früher etwas belüftet war. Dadurch kann nun das Kabel problemlos auch bei geschlossener Türe angeschlossen bleiben und die Steckdose ist dabei nicht zugänglich. Auch kann durch den darunterliegenden Schacht des Auspuffs für die Standheizung direkt das Kabel in das Technikfach im Container geführt werden. Dieser Standort ist einfach perfekt. Die Hauptstromleitung, welche vom Fahrzeug in den Container verläuft führt ebenfalls über diesen Schacht unten raus. Dies dient während der Fahrt der Aufladung der Batterien im Innern des Containers.

Auf der rechten Fahrzeugseite befindet sich der originale 75l Tank vom Pinzgauer. Da ich ja über mindestens 1000km Reichweite ohne Tankstelle verfügen will, ist hier wohl ein kräftiges nacharbeiten nötig. Unser Liebling trinkt immerhin im Durchschnitt etwa 21-22l auf 100km. Also brauchen wir mindestens 210l, wenn möglich aber lieber etwas mehr. Darum wurde der Tank mit einem weiteren speziell gefertigten Zusatztank ergänzt. Dieser fasst nochmals zusätzlich 55l, womit auf der rechten Seite nun 135l zur Verfügung steht.  Beide Tanks sind ohne Schweissarbeiten über die Ablassschraube verbunden. Es geht so zwar etwas länger beim Auffüllen, dafür muss an den Tanks und am Auto nichts verändert werden. Ein anderes Forumsmitglied hat mal einen originalen Tank einfach gespiegelt und mit der Rückseite auf die linke Fahrzeugseite montiert. Als ich diese Lösung sah, wusste ich sofort "das kommt bei uns auch so, nur anders". Anders im Sinne, dass ich eben ein Perfektionist bin. Dazu jedoch beim nächsten Bild mehr.

Auf der linken Seite waren ursprünglich zwei Boxen montiert. Die vordere Box war für die Starterbatterien und die Hintere für Werkzeug und Schneeketten. Nun wurden die Batterien in die hintere Box umgebaut und die Kabel dazu frisch verlegt. Die vordere Box wurde abgebaut und alles nochmals ausgemessen. Und tatsächlich, da passt ja wirklich nochmals ein originaler 75l Tank rein. Einfach einmal gespiegelt und halt mit der etwas weniger schönen Rückseite. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Der vordere Halter wurde an der Plattform neu angeschweisst und ein Schutzblech zum Rad hin analog wie auf der rechten Seite gebogen. Eine Organspende von einem Bruder, der nicht überlebt hat, ist der neue Tankstutzen zu verdanken. Dieser wurde genau an passender Stelle in die Seitenwand eingeschweisst. Mein Carosserie-Schweisser hat hier perfekte Arbeit geleistet. Danke Rio 🙂  Fazit: + 75l

Nebst den beiden Tanks links und rechts, welche ziemlich genau für 1000km reichen, wäre eine Reserve zum Nachfüllen auch noch sinnvoll. Wo aber noch Benzin unterbringen ohne alles auf's Dach zu schnallen?
Ich war wieder mal im Militärdienst in der Schweiz und da ich dort die Funktion "Fahrer" ausübte, war ich immer nah an den Fahrzeugen dran. Eines Tages stach mir ein Detail bei aktuellen Truppenfahrzeugen unserer Armee ins Auge. Beim Bucher Duro sind schräge Halterungen für Reserve-Kanister hinter der letzen Radachse angebracht. Das wäre doch auch für mich der Ideale Platz am Pinzgauer. Ein paar Überlegungen später und dem genauen Ausmessen stand fest, dass es rein rechnerisch auch passen sollte. Also an die Arbeit. Und nun diverse Touren später kann ich sagen: Passt! =)

Sollten wir nun doch mal irgendwo sein, wo wir fixen Strom beziehen können, verachten wir das natürlich auch nicht. Der Eingang von 230V Aussenstrom findet ja über die Steckdose im Ersatzteilfach statt. Danach verteilt sich der Strom auf zwei Kreisläufe. Zum einen werden über ein Waeco Ladegerät die Batterien geladen und zum anderen wird der 230V Strom direkt an eine Steckdose in der Küchenzeile und an die Kühlbox abgegeben. Der gesamte 230V Eingang von aussen wurde abgesichert mit einer 13A Sicherung, sowie einem FI-Schalter. Nur für alle Fälle. Aber da Laptop und Handy auch 230V benötigen, wenn wir nicht an fixem Strom hängen, und das ist doch meistens so, würde ohne weiteren Wandler nix gehen. Darum haben wir oberhalb der Sicherungen einen zusätzlichen 12V/230V eingebaut, mit einer Leistung von 150W. Damit lässt sich gewiss keine Kaffeemaschine betreiben, aber die brauchen wir auch nicht. Aber für jeden Laptop oder Handy reicht das völlig aus.

Wie bereits geschrieben, läuft die Ladung vom 230V Aussenstrom über ein Waeco Ladegerät. Dieses lädt die Bord-Batterien für den Wohnbereich (2x 120Ah - AGM), auch mit passender Lade-Kennlinie. Wichtig war mir beim Kauf, dass diese Kennlinie umschaltbar für diverse Batterietypen ist. Im Moment stehen zwei AGM Batterien im Einsatz. Sollte doch mal irgendwo Gel-Batterien oder Blei-Säure eingebaut werden, möchte ich nicht die ganze Electronic gleich mit ersetzen.  

Für die Heizung - eine weitere Anforderung - setze ich auf eine Webasto Luft/Luft Standheizung. Ursprünglich waren im Sanitäs-Container bereits Luft-Heizungen verbaut. Nein nicht nur eine, sogar zwei Stück und jede mit einer unglaublichen Leistung von 4kW. Sauna pur, anders kann ich mir das nicht vorstellen. Doch das Tolle daran, die neue Heizung passt perfekt auf die alten Baumasse mit Luftansaug usw. Die Standheizung läuft auf 12V und wird mit Benzin - ein Betriebsstoff - betrieben. Zusätzlich verfügt das gewählte Modell noch über eine Höhenkorrektur. Damit kann die Heizung ab 1500m.ü.M bis 2200m problemlos ebenfalls betrieben werden. Eine Standheizung ohne diese Korrektur bekommt je nachdem ohne eigene Massnahmen Probleme mit der Verbrennung. Denn in Höhen über 1500m.ü.M kann zuwenig Sauerstoff für den normalen Betrieb vorhanden sein. Das Ergebnis ist, dass die Heizung eventuell dann bereits erheblich anfängt zu russen. Unsere hingegen passt das Benzin/Luft Gemisch eigenständig an. Auch habe ich für unseren Komfort einen Thermostaten in der Kabine positioniert. Somit können wir im Fahrzeug bei Bedarf wie in einem Haus eine schöne konstante Temperatur halten.

Wichtig noch zu sagen, dass die Abgasleitung gut zu isolieren ist. Das Teil wird wirklich heiss und man möchte ja nicht mit der Abgas-Hitze umliegende Dinge zerstören. 

Die Fördertechnik der Standheizung habe ich im dafür vorgesehen Raum angebracht. Dieser ist über einen Service-Deckel von aussen zugänglich. Dort befindet sich die neue Taktpumpe anstelle der alten Förderpumpen. Den die neuen Standheizungen werden nur noch mit einer Taktpumpe mit Treibstoff versorgt, die über einen 2mm Schlauch aus dem Tank direkt den Brennstoff beziehen. Die alten Heizungen hatten noch eine Vorförderpumpe, welche einen Umlauf in Gang brachte, wovon sich erst die Pumpe der Standheizung ihren Treibstoff nahm. Original war bei der Standheizung jedoch kein Benzinfilter angebracht. Ich wollte jedoch einen einbauen, nachdem ich beim letzen Filterwechsel im Pinzgauer viele Bestandteile aus dem Tank gefunden habe. Klar, man könnte jetzt natürlich auch einen von Webasto verbauen. Ich wollte aber den gleichen Filter verwenden wie im Pinzgauer. So habe ich einheitliche Teile.

Hier ein Blick in unser Technik-Fach in fast fertigem Zustand. Mein Ziel beim Ausbau war es, sämtliche Technik in den bereits im Container dafür vorgesehen Ort zu verstauen. Ich will nämlich nicht überall Kabel und Leitungen oder Bauteile sehen. Vielleicht typisch schweizerisch? Oder typisch ich, wie Astrid gerne sagt 🙂

Im Vordergrund sieht man neu noch den Kompressor, welcher im Pinzgauer fix eingebaut ist. Hierbei handelt es sich um einen 12V Kompressor mit einer theoretischen Luftleistung von 72l/min und einem maximalen Druck von 10,3 Bar. Wobei die Luftleistung ja nur ein Normwert bei freiem Ausgang ist. Diese sinkt bei wachsendem Gegendruck. Ob der Enddruck überhaupt erreicht werden kann, habe ich bis jetzt auch noch nicht getestet. Ist für uns auch nicht nötig, da unsere Reifen nur einen Druck von maximal 3.5 Bar haben. Ein Druckluftspeicher ist nicht verbaut. Dies passt aber für uns auch so, weil wir diesen nur brauchen, um den Reifendruck zu halten und mal einen Ball oder Matte aufzublasen. Sonst benötigen wir oder das Fahrzeug keine Druckluft. Angeschlossen ist der Kompressor über 12V an den Batterien im Wohnbereich. Damit diese aber nicht komplett leer gebraucht werden, kann das Relais für die Einschaltung nur betätigt werden, wenn die Zuladung über das Fahrzeug in Betrieb ist. Somit wird eine genügende Stromversorgung sichergestellt. Im Werkzeugfach wurde ein Anschluss mit einer Schnellkupplung für den Bezug der Druckluft installiert. Weil der Kompressor nur konzipiert wurde für einen freien Ausgang und deshalb keine Sicherheitsausrüstung besitzt, besteht hier das Risiko der Zerstörung. Denn die Kupplung schliesst wirklich dicht. Damit dies nicht passiert, habe ich ihn gegen Überdruck gesichert, mit einem Druckschalter und zusätzlichem Abblasventil. Dieses wurde auf 6 Bar eingestellt. Mit dem mitgeführten platzsparenden Spiralschlauch ist auch jeder relevante Punkt am Fahrzeug gut zu erreichen. 

Es war teilweise nicht ganz einfach im Technik-Fach zu arbeiten. Alles ist relativ eng da drin. Aber man sieht schön, dass alles seinen Platz findet und wenn die Klappe zu ist, bleibt eine schöne weisse Fläche übrig. Da glänzen wohl die Augen von jedem Gebäudetechniker. Denn die Haustechnik ist im heutigen Leben ein zentraler Bestandteil von jedem neuen Gebäude. Doch sichtbar darf sie praktisch niergens sein. Vielliecht eine Berufskrankheit, dass ich das nun in meinem rollenden Heim auch so haben wollte =)

Und trotzdem wünscht man sich manchmal etwas mehr Platz beim Arbeiten. Oder sollte ich doch mehr trainieren, bis ich ein "Schlangenmensch" bin? 

Die Schaltkonsole für die Bedienung aller Komponenten wurde direkt im Eck über dem Technik-Fach montiert. So hatte ich mit sämtlichen Kabeln einen direkten Zugang dazu und musse nicht noch grosse Strecken zurück legen. Ah und sichtbar war auch hier nichts.

Genügend Strom war eine weitere Anforderung aus meiner Liste. Da wir höchst selten an fixem Strom hängen, ist die moblie Versorgung eine ganz wichtige Komponente. Hier setzen wir auf zwei verschiedene Wege mit nur einem Gerät. Zum einen haben wir auf dem Dach eine 200W Solaranlage in 12V montiert. Hierbei konnten wir den Stromanschluss für das Ursprüngliche Blaulicht und Signalhorn als direkte Verbindung ins Technik-Fach benutzen. Da wird der Strom von einem MPP Solarregler der Marke Votronic übernommen. MPP was? Mehr hier. Dieses Gerät besitzt ebenfalls umschaltbare Ladekennlinien für diverse Batterietypen, wie schon unser Waeco Gerät für den fixen Strom. Durch die 200W Solaranlage können wir im Maximum also unsere Innenraumbatterien mit knapp über 16Ah nachladen. Die Batteriekapazität hätte hier zwar durchaus mehr vertragen, aber irgendwo ist die Fläche auf dem Dach auch begrenzt. 

Die andere Variante ist, dass wir während der Fahrt über den Motor die Batterien nachladen. Hier ist wohl die gängigste und günstigste Methode einfach ein Trennrelais einzubauen und danach mit voller Lichtmaschinenleistung auf die Batterien zu gehen. Doch der Regler der Lichtmaschine kennt nicht annähernd eine vernünftige Ladekennlinie für Batterien, die üblicherweise im Wohnbereich eingebaut werden. Diese sind lediglich konzipiert für handelsübliche Säure-Starterbatterien. Somit können die modernen Wohnraum-Batterien (AGM, Gel usw.) nie und nimmer richtig geladen werden. Auch kommt erschwerend hinzu, dass unser Pinzgauer auf 24V läuft, unser Wohnbereich jedoch auf 12V. Hier wäre also nochmals ein extra Ladegerät notwendig. An einem weiteren "Büro-Tag" stach mir während des Studiums des Datenblatts vom Solarregler dann eine Zahl ins Auge. "Eingangsspannung 12-50V " stand da ganz lapidar. Ja klar, das ist die Lösung! Ich kann also auch den Solarregler während der Fahrt als Ladegerät benutzen. Dem ist es egal, woher der Strom kommt. Und so war es dann auch. Zack und es funktioniert. Problem solved!

Aber Achtung!
Wenn man extern Spannung auf den Eingang des Solarpanels am Solarregler gibt, wird auch das Panel unter Strom gesetzt. Dies kann sich aufheizen und in kurzer Zeit zerstört werden. Daher unbedingt eine Schotky-Diode mit hoher Leistung zum Schutz des Panels einbauen. Denn dies wirkt wie ein Rückschlagventil und lässt den Strom nur in eine Richtung durch.

Unsere Konsole findet über dem Technik-Fach im Eck schön platz. Gebaut in Sperrholz und lackiert, habe ich versucht das Panel möglichst übersichtlich zu gestalten und aufs Wichtigste zu minimieren. Ganz oben findet sich das Regelgerät der Standheizung. Darunter befinden sich Schalter für Licht. Daneben direkt die Fern-Schaltung und Anzeige vom Waeco Ladegerät für den 230V Fixstrom von aussen. Unterhalb eine einfache Bord-Spannungsanzeige mit LED. Unter dieser Anzeige noch die 230V Steckdose, welche vom Wandler 12V/230V angesprochen wird bei dessen Betrieb. Hier lässt sich das Handy oder der Laptop laden. Links daneben klein noch sichtbar den Thermostaten der Standheizung.

Alles, oder praktisch alles was mit Wasser zu tun hat, befindet sich bei uns unter der Küchenzeile hinter dem Kühlschrank. Die Rohrleitungen sind im nachhinein vielleicht etwas massiv geraten, aber als Installateur war das eben gerade so zur Hand. Das komplette Trinkwasser wird über eine selbstsaugende Membranenpumpe mit 3 Bar Druck durch einen Katadyn-Keramik Filter mit entsprechendem Gehäuse gedrückt. Dieser Vorgang findet in der gebauten Rohrleitungsführung doppel statt. Denn ein Anliegen von mir war es, dass in meinen Tank nur "Trinkwasser" rein kommt. Und damit sich das nicht mit der Anforderung von "überall nachfüllbar" beisst, habe ich die Leitungen mit einem Bypass versehen. So können die Tanks über die Pumpe automatisch gefüllt werden. Dabei wird Wasser von einem Brunnen oder Gewässer angesaugt und direkt beim Füllen schon das erste Mal gereinigt. Danach beim Verbrauch fliesst es erneut durch den Filter. So befindet sich in den Tanks immer nur Trinkwasser. Als Schutz der Pumpe ist noch ein Sandfilter davorgeschaltet. Die Pumpe wird über einen Schalter im Wasserhahn gesteuert.

Die Tanks liegen gegenüber der Küche auf der linken Fahrzeugseite in Fahrtrichtung. Dies um ein Gegengewicht zu bilden zu den grossen Benzin-Tanks auf der rechten Seite. Die Leistung führen in einem U-Bogen in der Kabine durch das Technik-Fach bis unter die Küche. Die Wasserleitung (10mm PVC Schlauch) wurde durch ein Schutzrohr gezogen. So kann diese jederzeit ohne grössere Probleme ausgetauscht werden.  

Bei der Spüle wurde bewusst keine Kombination mit Kocher genommen, wie es oft heute in Campern üblich ist. Weil diese gibt es nur in Kombination mit Gas-Kochern und das wollen wir nicht. Zusätzlich wurde Wert auf eine Abdeckung gelegt. Nur so können wir die Fläche auch zum Arbeiten und als Ablage benutzen, wenn wir uns schon eine grosse Küchenzeile einbauen. Auch ist die Spüle so gegen äussere Einflüsse wie Staub usw. besser geschützt.

Die Spüle wurde einzeln genommen, weil wir keinen Gaskocher in unserem Fahrzeug wollten. Sobald man ausserhalb des eigenen Landes ist, ist man nur noch auf der Jagt nach Adaptern und Flaschen oder LPG Tankstellen. Wir kochen darum meist wenn es warm ist draussen mit offener Hecktüre an einem leistungsstarken Benzinkocher.Auch hier verfolgen wir das Ziel, überall den gleichen Betriebsstoff zu benutzen. Nur für schlechte Tage und kalte Jahreszeiten haben wir im Innenbereich ein Spirituskocher. Bei den meisten stellen sich beim Wort "Spirituskocher" sicher sogleich schon die Nackenhaare. Ist dies doch der Inbegriff für völlig ineffizientes Kochen bei übermässigem Zeitverbrauch. Und in der Tat die im Moment auf dem Markt erhältlichen Modelle sind nicht besonders berauschend. Da gibt es zum einen die drucklosen Spiritusvergaser-Kocher, bei denen man ein schwaches Feuer und wenig Leistung hat. Dafür aber blaue Flammen und saubere Pfannen. Und dann gibt es eben die anderen mit normaler Spiritusflamme. Diese haben zwar fast eine brauchbare Leistung, aber dafür sind sie schwierig zu regeln und die Pfannen durch die unkontrollierte Verbrennung immer schwarz unten.

Und dann eben gibt es noch die einen wenigen anderen. Viele kennen diese gar nicht, weil sämtliche Produkte aus den 70-80er Jahren stammen. Die Spiritusvergaser-Kocher, welche unter Druck stehen. Ja, die gab es wirklich mal. Hauptsächlich jedoch im Boots-Bereich. So einen z.B. der Firma Kenyon aus den USA haben wir uns als Occasion angeschafft. Rechnerisch hat der satte 2,8kW pro Brenner und das Wasser ist in 8min kochend heiss. Perfekt wie Zuhause auf dem Herd. Somit haben wir alle Vorteile von beiden anderen Kochertypen in einem Kocher vereint. Wir haben einen sauberen Brennstofftank für den Spiritus und nicht dieses Wattezeugs. Wir können mit Blauflamme kochen und super regeln. Und selbst die Pfannen bleiben unten schön sauber. Ah und das Beste ist, bei Bedarf führt die Firma noch heute Ersatzteile für unseren alten Kocher. Toll nicht? 🙂

In der Küchenzeile befinden sich etliche Schränke. Alle habe ich mit speziellen Scharnieren aus dem Campingbereich so gebaut, dass das ausgeschnittene Holz direkt für die Türen gebraucht werden konnte. So konnte das teure Pappelsperrholz optimal genutzt werden. Die Kanten werden danach mit sogenannten Umleimern schön kaschiert. Auf der linken Seite sieht man noch die grosse Einbauöffnung für den Kocher. Leider auf dem Bild gerade nicht komplett. Es fehlt noch der grosse Metalleinsatz, worauf der Kocher dann montiert wurde. Dies ist aber oben gerade eben nicht montiert, weil er demontierbar blieb, damit man besser an die ganze Wassertechnik kommt. Darunter sieht man die grosse Auszugsöffnung für den Kühlschrank.

Unser Kühlschrank, oder besser gesagt Kühlbox, stammt ebenfalls von der Firma Waeco. Ich habe mich damals beim Kauf für einen CF40 entschieden. Diese besitzt 31l Inhalt für die aktive Kühlung und 6l als Frischhaltefach. Bis heute muss ich sagen, das ist perfekt. Nicht zu gross und auch nicht zu klein. Zu jeder Zeit passt noch ein kühles lokales Bier rein. Die Kühlbox kann mit diversen Spannungen betrieben werden. Zum einen mit Niederspannung (12V und 24V) und zum anderen mit vollen 230V. Wobei dieser Betriebsmodus vorrang hat bei anliegen der vollen Spannung. Die Kühlung erfolgt mittels einem Kompressor. Daher kann auch noch bei über 30°C Temperatur problemlos 5°C Temperatur erreicht werden. Bei den gängigen Kühlboxen aus dem Baumarkt ist dies praktisch nicht möglich. Diese thermoelektrischen Geräte ermöglichen oft nur eine Kühlung von 15-20°C unter Aussentemperatur, was für die Aufbewahrung von Lebensmittel oft zuwenig ist. Zur platzsparenden Befestigung wurde die Kühlbox auf einem Querauszug montiert. So kann diese zum öffnen in den Gang gezogen werden und danach zurück in die Küchenzeile.

Früher waren zwei Standheizungen im Sanitäts-Container übereinander montiert. Durch den Umbau auf die neue Standheizung wurde der Platz der oberen Heizung frei. Hier wurde nun eine Aluminium-Box mit Abdeckungen eingelassen. So wurde neuer Stauraum geschaffen, der gleichzeitig während dem Essen im Fahrzeug quasi als "Buffet" dienen kann. Die Stockbetten sind bei uns im Fahrzeug so konstruiert, dass das obere um 90° herunter geklappt werden kann und somit ein längliches Sofa entsteht. Auf der Gegenseite vor dem Technik-Fach ist ein einzelner Sitz entstanden. Darüber wird der Tisch "verstaut". Dieser ist mit einem eigenen konstruierten Schienensystem befestigt und kann bequem herumgeschoben werden. Grosses umbauen wollte ich auch hier nicht haben. Zusätzlich musste der Tisch inkl. dem Gleitsystem demontiert werden können, um das Technik-Fach bei Bedarf zu öffnen. Die Lösung bot dann ein einfaches V4A 15mm Rohr, welches in zwei Haltern drin steckt, befestigt mit zwei einfachen Splinten. Am Tisch ist unten eine dementsprechende U-Schiene angebracht.

Wird der Tisch nun benötigt, so kann er von seinem Platz hervorgezogen werden. Das Bein wird hinunter geklappt und auf die entsprechende Höhe eingestellt. Auch kann der Tisch mit einem eingeklappten Teil der Tischplatte erweitert werden. Das Kästchen des Küchenmöbels und die Tischplatte wurde perfekt aufeinander abgestimmt. Klappt man die Erweiterung hervor, spannt diese den Tisch ganz leicht fest zwischen Anschlag der Schiene und dem Küchenmöbel. So ist er fixiert und wackelt nicht, denn durch die Möglichkeit den Tisch zu verschieben, benötigt dieser ein gewisses Spiel und das kann ärgerlich sein. Denn wenn ich mein Brot mit Butter bestreiche, hätte ich schon gerne einen festen Untergrund dafür 🙂

Die bereits vorhanden Staukästen im oberen Bereich vom Container verwenden wir natürlich weiter. Leider sind diese viel zu gross um Sachen effektiv zu versorgen. Ich will ja nicht "ein Berg" voll Geschirr haben. Lieber möchte ich dass geordnet aus dem Schrank nehmen können, wie Zuhause. Auch sollte alles Offroad fest sein. Ein riesen Durcheinander nach einer geilen Passage kann die ganze Freude ruinieren. Daher hat meine Freundin in liebevoller Kleinarbeit das Regal mit Sperrholz ausgebaut, passend für die diversen Sachen der Küche. Nach diversen Reisen lässt sich feststellen: Super!

Hier dokumentiert Astrid gerade ihre Arbeit beim Montieren der Kastenunterteilungen.

Hier gibt es wohl nicht viel dazu zu sagen. Ein Bild mit voll eingerichtetem Pinzgauer auf einem der vergangenen mehrwöchigen Testreisen in Europa. Hinten links sieht man gut unseren Benzinkocher für unsere Gourmet-Essen. Auch sind die Stockbetten gut ersichtlich.

Solche liebreizende Unterstützung hat man doch gerne 😉

Ende

Und schon ist dies das Ende der kleinen Bildergeschichte. Wir hoffen wir konnten euch ein wenig mitnehmen in die Welt des Ausbaus eines Reisefahrzeuges und euch mit der einen oder anderen Idee weiterhelfen. Habt Ihr weitergehende Fragen oder wollt Ihr spezifisch was wissen, dann hinterlasst uns doch HIER eine Nachricht.

Wir sagen Adieu und Bis bald.

Michel & Astrid